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Corona-Politik: Verharren in Ratlosigkeit

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Von: Markus Decker

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Angela Merkel erklärte bei Anne Will, dass sie nicht tatenlos zusehen werde, bis es in Deutschland 100.000 Neuinfizierte pro Tag gebe. Aber wie sie dies genau zu verhindern gedenkt, das sagte sie nicht.
Angela Merkel erklärte bei Anne Will, dass sie nicht tatenlos zusehen werde, bis es in Deutschland 100.000 Neuinfizierte pro Tag gebe. Aber wie sie dies genau zu verhindern gedenkt, das sagte sie nicht. © Wolfgang Borrs/dpa

Es wäre an der Zeit, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Beteiligten in der Corona-Krise an ihre politische Verantwortung erinnert. Der Kommentar.

Wer am Sonntagabend den Fernseher eingeschaltet hatte, um den Ausweg aus dem Jammertal der Pandemie gewiesen zu bekommen, der wurde enttäuscht. Die Kanzlerin wies ihn nicht. Zwar sagte Angela Merkel bei Anne Will, dass sie nicht tatenlos zusehen werde, bis es in Deutschland 100 000 Neuinfizierte pro Tag gebe. Aber wie sie dies genau zu verhindern gedenkt, das verschwieg sie. Aus gutem Grund, wie man jetzt sieht. Denn einige Ministerpräsidenten wollen nicht so, wie die Kanzlerin will. Damit verharrt die Republik weiter in jener Ratlosigkeit, in die sie Bund und Länder mit dem Beschluss zur Osterruhe gestoßen hatten.

Es wäre nun an der Zeit, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Beteiligten an ihre politische Verantwortung erinnert. Denn offenbar gibt es ja niemanden mehr, der die Autorität und den Willen hat, das Ruder herumzureißen. Ziel muss es sein, das Land so lange herunterzufahren, bis die Zahl der Impfungen ein Niveau erreicht, das dem Virus seinen Schrecken nimmt. Die Bürger:innen im Allgemeinen sowie Ärzt:innen und Pflegepersonal auf den Corona-Stationen im Besonderen hätten es verdient. Das politische Affentheater, das ihnen jetzt geboten wird, verdienen sie nicht.

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