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Corona-Warn-App: Warum die neue App asozial ist

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Von: Thomas Kaspar

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Die Corona-Warn-App schützt nicht alle.
Die Corona-Warn-App schützt nicht alle. © Michael Kappeler/picture alliance/dpa

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist ein Misserfolg, weil sie zu viele Nutzer ausschließt - vor allem jene, die sie behüten soll. Ein FR-Kommentar.

Die Corona-Warn-App wäre fast ein Erfolg geworden. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sie am ersten Tag heruntergeladen – nirgendwo gab es mehr Bereitschaft, sich an einem Digitalprojekt zu beteiligen. Am Tag danach werden die desaströsen Folgen unserer rein wirtschaftlich orientierten Digital- und Gesundheitspolitik sichtbar.

Corona-Warn-App: Eintritt nur mit aktuellem Handy 

Die Corona-Warn-App ist eben kein Erfolg, weil sie diejenigen ausschließt, die sie behüten soll. An der Schutztür steht: Eintritt nur mit aktuellem Handy. Alte und Geringverdienende können oder wollen sich aber an diesem absurden Rennen nach dem neuesten Smartphone nicht beteiligen. Da die Standards dafür von Apple und Google diktiert werden, bleibt der deutschen Politik und Industrie aber nur, diese hilflos zu akzeptieren.

Umfrage: Hatten Sie Probleme die Corona-Warn-App zu installieren?

So ist Digitalpolitik soziale Ausschlusspolitik. Das ist kein Versäumnis der App, sondern eines jahrelangen Tiefschlafs der Bundesregierung. Endlich erkennen wir: Digitalisierung dient nicht nur dem Gewinn von Firmen, sondern dem Gemeinwohl.

Was bedeutet freiwillige Nutzung der Corona-Warn-App? 

Das nächste Desaster dieser Politik steht uns noch bevor: Da die Koalition auf ein App-Gesetz verzichtet hat, hinterlässt sie uns Chaos bei der Frage, was freiwillige Nutzung der App bedeutet. Es wird Zeit für Werte und Kompetenz.

Von Thomas Kaspar

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