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Gelassenheit ist eine Tugend. 

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Umgang in der Corona-Krise: Mehr Gelassenheit, weniger Denunziation

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Es ist eine Illusion, zu glauben, man verbessere die Welt, indem man andere ständig belehrt. Ein Kommentar.

Die im Ausland oft bewunderte Disziplin vieler Deutscher hat auch in Corona-Zeiten eine Schattenseite: Die Neigung mancher Mitbürger zu Belehrung, Maßreglung, Denunziation. Man fühlt sich berufen, im Auftrag einer höheren Macht, der Ordnungsmacht nämlich, angebliches oder tatsächliches Fehlverhalten zu maßregeln. Da wird gern mal in fremde Einkaufswagen geschielt, da werden ortsfremde Kfz-Kennzeichen registriert, da wird überprüft, ob es sich tatsächlich um eine Familie handelt, die da spazieren geht.

„Das Leben der Anderen“ hieß der Film, der sich einst einer wahrhaft diabolischen Dimension unseres Hanges zum Denunziantentum widmete: Dem Spitzelsystem der Staatssicherheit.

Umgang mit Mitmenschen in der Corona-Krise: Auf sich selbst fokussieren

Wir sollten im Umgang mit „den anderen“ mehr Gelassenheit wagen. Weil es eine Illusion ist, zu glauben, man verbessere die Welt, indem man andere ständig belehrt. Dabei haben wir durchaus die Macht, der Pandemie ihren Schrecken zu nehmen: Indem sich jeder vor allem um die Person kümmert, auf deren Handeln er den größten Einfluss hat: Auf sich selbst.

Was macht Corona mit uns? In britischen Medien erschien jetzt ein Artikel, der beschreibt, wie in Deutschland der alte Stasi-Denunzianten-Ungeist im Schatten der Corona-Restriktionen wiedererwacht. Und so stellt sich die Frage: Sind wir ein Volk von Petzen?

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