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Nicht nur Donald Trump schürt den Hass gegen China. Auch ein deutsches Boulevardblatt trägt mit unhaltbaren Spekulationen dazu bei.

Kritik an China

Wenn Medien die Rhetorik des Hasses pflegen

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An China gibt es sehr viel mit guten Gründen zu kritisieren. Aber dass ein deutsches Boulevardblatt mit unhaltbaren Spekulationen hantiert, schürt nur den Hass. Ein Kommentar.

Es ist ein schmutziges Spiel, in dem Demagogen unsere Angst manipulieren. Der französische Präsident Macron wählte als Erster martialische Worte, als er davon sprach, dass wir gegen Corona „im Krieg“ seien – der Kampf gegen den Feind war als Bild geboren.

Bei Macron war der Gegner noch eine unsichtbare Krankheit. Das änderte US-Präsident Trump, indem er in seinem Redemanuskript das Wort „Corona“ durchstrich und durch „China-Virus“ ersetzte. Trump musste seine Fake-Behauptung längst zurücknehmen. In vielen Anspielungen nährt er bis heute den Hass gegen China.

Fake News und Hetze bringen Bekämpfung der Pandemie nicht weiter

Auf dieser schäbigen Klaviatur spielen auch einzelne Medien, darunter ein deutsches Boulevardblatt. Vorne stehen Tipps, wie der Sommerurlaub gerettet wird, hinten wird in unhaltbaren Spekulationen benannt, wer schuld an allem sei: die Chinesen.

Datenschutz, Menschenrechte und Übergriffe gegen AfrikanerChina bietet ausreichend Angriffsfläche für berechtigte Kritik. Doch Fake News und Hetze bringen die Bekämpfung der Pandemie nicht weiter. Sie schüren nur Hass, den Menschen mit asiatischem Aussehen derzeit erleben.

von Thomas Kaspar

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