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Gewinner der Corona-Krise: Amazon verdient viel Geld, während andere Unternehmen Verluste machen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleibt allerdings nicht viel vom Gewinn übrig.

Kolumne

Krisengewinner Amazon

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Amazon profitiert von der Corona-Krise und verdient Milliarden. Wäre es also nicht Zeit für eine gerechte Steuerzahlung? Die Kolumne.

Wird sich, was jetzt geschieht, in das kollektive Gedächtnis der Menschheit so einbrennen wie die Pestepidemien des Mittelalters, die Verheerungen des 30-jährigen Krieges oder die Erinnerung der Älteren an die letzte Kriegs- und Nachkriegszeit?

Was Menschen in den ärmsten Ländern der Welt bevorsteht, sprengt unsere Vorstellungskraft. Schon fast vergessen sind die Luxusdebatten darüber, ob Geisterspiele der Fußball-Bundesliga zumutbar seien, oder olympische Spiele unaufschiebbar.

Coronavirus-Pandemie: Amazon ist ein Gewinner der Krise

Hamsterkäufe wurden eher belustigt wahrgenommen. Heute scheint es bereits absurd, dass uns diese Themen mit so viel medialer Aufmerksamkeit und irrwitziger Uneinsicht überhaupt beschäftigen konnten. Die Furcht, dass nichts mehr so sein wird, wie es war, dass eher alles noch schlimmer werden könnte, frisst sich in die Träume und Momente des Aufwachens vor den ersten Nachrichten.

Doch wie in allen Krisen gibt es auch in einer Pandemie Gewinner. Es scheint, als stünden sie in gehörigem Sicherheitsabstand auf der Tribüne und beobachteten durch ihre Fernstecher das Überlebensspektakel in der Manege, wo selbst einstige Konkurrenten aus der Upperclass, wie Apple und Microsoft, mit 30 Prozent Aktienverlusten im Staub liegen.

Corona-Krise: Amazon legt an Wert zu

Für Amazon läuft es dagegen bestens. In nur zehn Tagen hat das Megaunternehmen 100 Milliarden Dollar an Wert zugelegt. Geschlossene Läden und leere Städte lassen das Versandgeschäft mit Gütern aller Art boomen. 

Dazu haben Heimarbeitsplätze und ein gewaltig gewachsener Datenaustausch den Umsatz des Amazon-Web-Services mit gemieteter Speicherkapazität in der Cloud die Einkünfte explodieren lassen. Hinzu kommt der gestiegene Bedarf an Serien und Filmen, die per Amazon Prime gestreamt werden, um die Langeweile in den Wohnungen zu bekämpfen.

Amazon: Corona-Krise macht Jeff Bezos noch reicher

Es heißt, Jeff Bezos persönlich sei in zwei Wochen um zehn Milliarden Dollar reicher geworden. Mehr als die Hälfte der Verbraucher öffnet im Netz zuerst die Suchmaske von Amazon. Für sie zählt nur, was über die Plattform verkauft wird. 

Die „Amazonisierung des Handels“ scheint unaufhaltsam zu sein. Das wäre eigentlich der richtige Moment, wenn die EU nicht gerade aus mangelnder europäischer Solidarität an den Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit angelangt wäre, von Amazon endlich eine gerechte Steuerzahlung zu verlangen.

Corona-Krise: Amazon arbeitet an Neuaufteilung der Weltwirtschaft

In vielen Ländern werden gerade Milliarden-Hilfspakete für den Überlebenskampf der Wirtschaft angesichts einer ungewissen Dauer des Stillstands zusammengestellt, während Amazon an der Neuaufteilung der Weltwirtschaft intensiv arbeitet.

Das ist im großen so ein Skandal wie im kleinen die Geschäftsidee der Manager milliardenschwerer Unternehmen, die die Gelegenheit nutzen wollten, um über die Inanspruchnahme von Mietstundungen (gedacht für die in ihrer Existenz bedrohten kleinen Firmen) ihre Gewinne zu retten. Die öffentliche Empörung war zum Glück laut genug, so dass einige von ihnen inzwischen zurückrudern mussten.

Amazon: In Corona-Krise ist sich jeder selbst der nächste

Trotzdem steckt das Prinzip, wonach jeder sich selbst der nächste ist, so tief in der DNA des Neoliberalismus, dass Appelle in einer beispiellosen Notsituation an die solidarische Gesellschaft gerichtet, von den Cleveren nur als weltfremde Phantasterei wahrgenommen werden.

Übrigens: wenn sie jetzt ein Abo verschenken für eines der großen Nachrichtenmagazine, die gleichzeitig über das zerstörerische Wirken Amazons berichten, gibt es Amazon-Gutscheine von 20 bis 100 Euro dazu.

Von Klaus Staeck

Viele Geschäfte in Frankfurt bieten wegen der Corona-Krise ihren Kunden einen besonderen Service. Sie sind eine Alternative zu Amazon.

Auch Buchhandlungen im Rhein-Main-Gebiet wollen dem Onlineriesen Amazon in der Corona-Krise nicht gänzlich das Feld zu überlassen und bieten Lieferdienste an.

Eine interaktive Karte zeigt, welche lokalen Restaurants und Geschäfte in Zeiten der Corona-Krise in Frankfurt einen Lieferdienst anbieten.

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