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Impfstoffe erfordern eine aufwendige Prüfung.

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Bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Sars-CoV-2 geht  Sorgfalt vor Schnelligkeit

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Die Forschung an einem Corona-Impfstoff gibt Anlass zur Hoffnung, zur Euphorie allerdings nicht. Ein Kommentar.

Es wäre die ersehnte Aussicht auf ein Ende der Pandemie, ein Ende der Einschränkungen, der Angst vor Ansteckung: Noch mehr als jedes Medikament könnte ein Impfstoff dem Coronavirus seinen Schrecken nehmen. Die Nachricht, dass das Mainzer Unternehmen Biontech den Zuschlag für eine klinische Studie mit einem potenziellen Impfstoff bekam, gibt Anlass zur Hoffnung, zur Euphorie allerdings nicht. Auch wenn Biontech in Aussicht stellt, bereits bis Ende des Jahres Millionen Dosen zur Verfügung stellen zu können, so ist es doch selbst bei optimalem Verlauf eher unwahrscheinlich, dass vor 2021 im großen Stil geimpft werden kann.

Impfstoffe erfordern eine aufwendige Prüfung, damit die Reaktion des Körpers ausfällt wie erwünscht. Alle Biontech-Kandidaten basieren auf der neuartigen mRNA-Technologie, die anders als eine herkömmliche Impfung kein komplettes Antigen wie einen abgeschwächten oder inaktiven Erreger enthält, sondern nur Bestandteile des viralen Erbguts.

Bisher stand bei der Anwendung die Krebstherapie im Fokus, einen zugelassenen mRNA-Impfstoff gibt es bislang nicht. Umso wichtiger ist es, schwerwiegende Reaktionen auszuschließen, Das muss, bei allem verständlichen Wunsch nach schnellen Ergebnissen, an erster Stelle stehen.

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