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Das Coronavirus grassiert weltweit - und die Kinder müssen wegen Schul- und Kita-Schließungen zu Hause bleiben. Das trifft viele Eltern hart, denn der Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit ist unmöglich.

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Ein Corona-Elterngeld ist gut, aber Hilfe muss alle erreichen

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Ein zusätzliches Elterngeld würde vor allem den eher Gutverdienenden helfen. Ein Ersatz für den Ausbau einer wirksamen Notbetreuung wäre es nicht. Ein Kommentar.

Die Nachricht, dass gerade die Kitas in der Corona-Krise bis auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben, hat viele Eltern hart getroffen. Sie müssen den unmöglichen Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit weiter versuchen – womöglich über Wochen. Eine Riesenbelastung, nicht zuletzt für die Kinder.

Da ist jeder Vorschlag willkommen, der Entlastung bringt. Die Ausweitung des Elterngeldes beispielsweise, wie sie Wirtschaftsforscher fordern – für eine Jobpause ohne allzu großen Einkommensverlust. Eine paritätische Ausgestaltung würde außerdem verhindern, dass unsere Gesellschaft, was Gleichberechtigung angeht, in die 50er Jahre zurückfällt. Erste Studien deuten bereits darauf hin, dass vor allem Frauen die aktuelle Doppelbelastung schultern. Dass es in erster Linie Mütter sind, die jetzt gezwungenermaßen beruflich kürzer treten, damit ihre Kleinen nicht sich selbst überlassen bleiben.

Das Elterngeld hilft allerdings vor allem den gut ausgebildeten Gutverdienern, die zwischen Skype-Konferenz und Wickelkommode verzweifeln. Noch wichtiger ist es, sich um die Kinder zu kümmern, deren Eltern aus anderen Gründen als beruflichem Stress dazu nicht in der Lage sind. Für sie muss die Notbetreuung ausgebaut werden – schnell und unbürokratisch.

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