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Jeremy Corbyn

Brexit

Corbyns Kapitulation

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Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn verpasst die Chance, seine Ideen europäisch zu vertreten. Der Kommentar.

Na so was: Die britische Opposition vertraut der Regierung nicht. Damit das alle mal gehört haben, kündigt Oppositionschef Jeremy Corbyn ein Misstrauensvotum gegen Regierungschefin Theresa May an. Das klingt gewaltig, allerdings hätte die Abstimmung nur symbolischen Charakter.

Dieser Auftritt ist Teil des traurigen Schauspiels, mit dem Großbritannien seit Monaten die EU belästigt. Aber es kommt etwas ebenso Ernstes hinzu: Die oppositionelle Labour-Partei verpasst gerade die Chance, sich als Vorbild für eine europäische, internationalistische Linke zu profilieren.

Corbyn rückt nicht von der Überzeugung ab, seine durchaus klugen Ideen für eine alternative Wirtschafts- und Sozialpolitik ließen sich besser – oder gar ausschließlich – im nationalen Rahmen durchsetzen. Ein Teil der Basis dürfte ihm da zustimmen, aber die vielen Jüngeren, die sich für seine Visionen begeistert haben, sind offenbar zum großen Teil kosmopolitisch eingestellt.

Aus dieser Zwickmühle könnte Corbyn sich befreien, indem er – vorbildlich für andere sozialdemokratische Parteien – seine Ideen europäisch vertritt, statt vor dem in Europa dominierenden Neoliberalismus zu kapitulieren. Mindestens ein neues Referendum hätte er anstreben sollen, statt die Welt mit symbolischen Aktionen zu verwirren.  

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