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Angela Merkel und Abdel Fattah al-Sisi. Ägypten dürfte nur in den Genuss von Investitionen kommen, wenn das Land die Menschenrechte achtet.

„Marshallplan“

Compact with Africa: Zweifel bleiben

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Man muss genau hinschauen, welche deutsche Firma mit welchem afrikanischen Staaten zusammenarbeiten will - und zu welchem Zweck. Unser Kommentar. 

Man möchte es so gerne glauben. Deutschland will mit einem Marshallplan einigen afrikanischen Staaten zu mehr Wohlstand verhelfen. Schließlich werden Jobs und eine damit verbundene Bleibeperspektive die Flucht nach Europa überflüssig machen. Und Wohlstand ist auch das beste Verhütungsmittel. Aber wie oft haben wir solche Versprechen schon gehört?

Zuerst ging es gegen den Hunger. Nun gibt es zusätzliche Ziele. Gott sei Dank gab und gibt es auch Fortschritte. Aber der große Durchbruch ist nicht gelungen. Liegt es womöglich daran, dass die selbst ernannten Helfer die falschen Mittel anwenden? Verfolgen Konzerne vor allem ihre Gewinnziele und weniger die Interessen der afrikanischen Partner? Entstehen auch gut bezahlte Arbeitsplätze oder werden jenseits des Mittelmeers die prekären Jobs in der Wertschöpfungskette angesiedelt?

Bei allen wohlklingenden wirtschaftlichen Zielen dürfen zudem die teils korrupten und autoritären Regierungen nicht vergessen werden. Die ägyptische Regierung dürfte beispielsweise nur in den Genuss von Investitionen kommen, wenn sie im Gegenzug etwa Menschenrechte achtet. Das gilt natürlich nicht für alle Handelspartner. Aber man muss genau hinschauen, wer was zu welchem Zweck macht.

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