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Kanzlerin Merkel holt mit Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Wunschkandidatin nach Berlin.
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Kanzlerin Merkel holt mit Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Wunschkandidatin nach Berlin.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Cleverer Schachzug gegen Merkels Kritiker

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Mitten im Hickhack um die nächste große Koalition holt Angela Merkel mit Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Wunsch-Nachfolgerin nach Berlin. Und demütigt mal wieder ihre Kritiker. Ein Kommentar.

Eins muss man Angela Merkel lassen: Vom Kläffen beißwütiger Parteiwelpen lässt sie sich nicht beirren. Da können Jens Spahn und Co. noch so laut nach der konservativen Wende rufen – die Noch-Kanzlerin setzt in aller Ruhe ein klares Zeichen für die Fortsetzung ihres eigenen Kurses – und für ihre Nachfolge im Kanzleramt.

Die Saarländerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die jetzt die Parteizentrale übernehmen soll, ist zwar ein ganz anderer Typ als die Vorsitzende: leutselig im Ton, unverkrampft, fröhlich. Aber inhaltlich und strategisch passt kein Blatt Papier zwischen die beiden.

Doppelstrategie in der Flüchtlingsfrage

Wie Merkel steht „AKK“ für die Neudefinition der „bürgerlichen Partei“ CDU: Einerseits maßvoll liberal (Stichwort: Frauen und Familie), ein bisschen ökologisch (Atomausstieg) und in begrenzten Dosen sozial (Mindestlohn), andererseits knallhart konservativ, sofern es den marktliberalen Markenkern betrifft (keine Steuererhöhungen für Reiche, Staatsknete für die Betrugsschäden der Autoindustrie und so weiter und so fort).

Dazu die Doppelstrategie in der Flüchtlingsfrage: Einerseits Großzügigkeit signalisieren, andererseits wieder dicht machen und die Türkei als Parkplatz für Asylsuchende nutzen. Diejenigen in der CDU, die lieber wieder den Konservatismus klassischer Prägung aus der Kiste holen würden, haben mit der Nominierung Kramp-Karrenbauers eine schwere Niederlage erlitten.

Aber ganz ohne Hoffnung müssen sie nicht sein: Angela Merkel hat ja wahrscheinlich noch ein paar Kabinettsposten zu vergeben, und wenn zum Beispiel Jens Spahn Wirtschaftsminister wird, dürfte es schon bald wieder ruhiger sein in der Partei.

Ansonsten darf spekuliert werden, wann Angela Merkel zugunsten der freundlichen Saarländerin ihren Rückzug antritt. Dass sie es vor 2021 tut, ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich. Annegret Kramp-Karrenbauer wird sich im Amt der Generalsekretärin profilieren müssen, und das wird nicht einfacher dadurch, dass sie kein Bundestagsmandat hat.

Aber wer weiß: Vielleicht sorgt ja die SPD-Basis für Neuwahlen, dann lässt auch das sich ändern. Und der Kanzlerin bleibt auch noch die Möglichkeit, ihre Nachfolge-Kandidatin während der Legislaturperiode schon mal zur Parteivorsitzenden zu machen.

Eines jedenfalls steht mit dieser Personalentscheidung schon fest: Angela Merkel wird klüger sein als Helmut Kohl. Sie wird alles tun, um ihren Abgang selbst zu organisieren. Er hat an diesem 19. Februar 2018 begonnen.

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