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Chinas Avancen

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Von: Martin Benninghoff

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Chinas Außenminister Wang Yi spricht vor der 77. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York City. China hat Russland und die Ukraine aufgefordert, die Auswirkungen ihres Krieges nicht „überschwappen“ zu lassen, und eine diplomatische Lösung zu finden.
Chinas Außenminister Wang Yi spricht vor der 77. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York City. China hat Russland und die Ukraine aufgefordert, die Auswirkungen ihres Krieges nicht „überschwappen“ zu lassen, und eine diplomatische Lösung zu finden. © Yuki Iwamura/afp

China geht auf Distanz zu Moskau. Zumindest zum Teil. Für den Westen ist es ein hoffnungsvolles Signal, dass sich China der aggressiven Blockbildung mit dem kriegerischen Nachbar verweigert. Der Kommentar.

Wird es einsam um Russland? Nicht ganz, aber ein bisschen einsamer: China geht auf Distanz, die Solidarität mit dem „strategischen Partner“ Moskau stößt an Grenzen. Zwar versucht Peking den Mittelweg, betont „legitime Sicherheitsbedenken aller Parteien“, und meint damit wohl indirekt auch die eigenen Ansprüche auf das - aus chinesischer Sicht - „abtrünnige“ Taiwan. Andererseits will Peking auf die billigen russischen Rohstoffe nicht verzichten. Für den Westen ist es ein hoffnungsvolles Signal, dass sich China der aggressiven Blockbildung mit dem kriegerischen Nachbar verweigert.

In der Frage reagiert der legendäre Pragmatismus Pekings. Chinas Stärke hängt auch von den Handelsbeziehungen mit dem Westen ab, zumal die Wirtschaftslage durch die Corona-Lockdowns angespannt ist und das Land mit der Ukraine im Geschäft ist, die in der „Belt and Road“-Initiative eine Rolle spielt.

Für Deutschland ist das eine Gelegenheit, mit China verstärkt ins Gespräch zu kommen und das Verhältnis zum schwierigen Partner auf eine neue, kritischere Grundlage zu stellen.

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