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China übernimmt keine Verantwortung

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Geschätzte 200 Millionen Menschen leben in China in Armut.
Geschätzte 200 Millionen Menschen leben in China in Armut. © REUTERS

Die Volksrepublik China schickt sich an, die größte Volkwirtschaft der Welt zu werden. Doch um wirklich zum Global Player aufzusteigen, fehlt es dem Reich der Mitte an der Bereitschaft zum internationalen Engagement. Ein Kommentar.

Von Finn Mayer-Kuckuk

China sieht sich auf Augenhöhe mit den USA. Dem nach innen zerstrittenen, nach außen zahmen Europa fühlt sich der Aufsteiger bereits überlegen. Doch etwas fehlt China noch, um die begehrte Anerkennung zu erhalten, und es scheint so, als ob der chinesischen Führung das nicht klar ist. Es fehlen Weltoffenheit und die Bereitschaft zu internationalem Engagement. Flüchtlinge aus dem Nahen Osten? Ebola in Afrika? Das sind Probleme anderer, und unwichtig, solange nicht eigene Wirtschaftsinteressen berührt sind.

Chinesische Beamte verweisen auf die Probleme im eigenen Land, wenn westliche Gesprächspartner sie um mehr Hilfe in der Flüchtlingsfrage bitten. Nach internationalen Standards befinden sich in China noch 200 Millionen Menschen in Armut. Doch wie passt diese Selbsteinschätzung mit den anderen Ambitionen des Landes zusammen, etwa mit dem Aufbau der zweitgrößten Flugzeugträgerflotte der Welt?

Es ist gut, dass die USA ein Gegengewicht erhalten. China ist prädestiniert für diese Rolle. Es ist zugleich schade, dass das Gegengewicht keinen besseren Entwurf bietet in Sachen Menschenrechte und positivem weltweitem Einfluss. Die USA machen viele Fehler und haben manchen Konflikt durch ihre Eingriffe erst ausgelöst. Doch sie praktizieren Offenheit und übernehmen Verantwortung. Davon ist China noch weit entfernt.

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