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Auslese

China als Krisengewinner

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Die Beziehung zu Russland tritt in eine neue Phase.

In der Zeit großer Krisen erfahren auch politische Nebenschauplätze allergrößte Aufmerksamkeit. Die Reise des russischen Präsidenten Putin zu Chinas Staatschef Xi wird vor allem im Licht des Ukraine-Konflikts gedeutet. Bahnt sich gar ein weltpolitischer Kurswechsel an?

Christoph B. Schiltz markiert in der „Welt“ die Bedeutung von Putins Reise. „Das Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Shanghai könnte Folgen haben, die man irgendwann aus geostrategischer und ökonomischer Sicht als ‚historisch‘ bezeichnen wird: die Bildung einer neuen östlichen Allianz zwischen Peking und Moskau. Inwieweit sich diese Allianz in der Praxis – vor allem im Nutzenkalkül der Chinesen – gegen den Westen richten wird, ist heute noch nicht absehbar.“ Schiltz hat auch Gewissheiten: „Der große Gewinner der Ukraine-Krise heißt China. Die aufstrebende Weltmacht, die mittlerweile ein Drittel des Weltwirtschaftswachstums verantwortet, wird künftig noch besser zwischen dem Osten und Westen jonglieren können, um ihre nationalen Interessen durchzusetzen.“

Die „Thüringische Landeszeitung“ beleuchtet den Stimmungswechsel in der Beziehung der beiden Großmächte. „Eigentlich war Peking anfangs über Russlands Vorgehen in der Ukraine verärgert. Aber seit das Bündnis mit Moskau immer wichtiger wird, redet in China kaum noch jemand von Verstimmungen. Im Gegensatz zu den Treffen mit anderen Staatschefs kommen Putin und Xi offenbar gut miteinander aus. Das nützt vor allem China, eröffnen sich dem Land während der Ukraine-Krise doch ganz neue Optionen – was an einer Schaukelstuhlpolitik zwischen Europa und Russland liegt, um maximale Vorteile und Spielräume herauszuholen. Auf der einen Seite bauen chinesische Firmen auf der Krim Schnellstraßen, Brücken und Wohnungen. Auf der anderen Seite zeigt sich Peking offen für europäische Positionen. China mausert sich so zum großen Gewinner der Krise.“

Das erstarkende China bekümmert auch Christian Geinitz in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Während Russland den Schulterschluss aus ökonomischer Not heraus sucht, macht er China wirtschaftlich noch stärker: weil Peking die Gaspreise diktieren kann und weil es einen neuen Partner hinzugewonnen hat, ohne die alten Mächte zu verprellen. Insofern ist das Getöse um die Ukraine auch ein Weckruf. Zum einen sollten Amerika und die EU alles tun, um ihre Abhängigkeit von China zu verringern. Indem sie ein Freihandelsabkommen schließen sowie die vernachlässigten Märkte in Südostasien, Indien, Lateinamerika und selbst in Afrika in den Blick nehmen. Zum Zweiten muss der Westen gegenüber Peking mit einer Stimme sprechen“, wenn er die Interessen der Weltgemeinschaft verletzt sehe. Dann hätte das Gerangel in Osteuropa wenigstens ein positives Ergebnis.“

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