Kommentar

China: Das Imperium und das Gesetz der Schwäche

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Mit dem neuen „Sicherheitsgesetz“ unterwirft Peking Hongkonk schwerer Unterdrückung. Und doch zeigt das Vorgehen: Die Großmacht zerbröselt an ihren Widersprüchen. Der Kommentar.

Irgendwann in den vergangenen 20 Jahren oder so wurde postuliert, das 21. Jahrhundert werde das chinesische sein. USA? Abgewirtschaftet. Russland? Ein Witz. Aber China! Manche Zeitgenossinnen wussten wohl auch um das Bonmot Napoleons I., man solle das Reich der Mitte besser schlafen lassen, wenn man nicht von ihm gefressen werden wolle.

Aber die kommunistische Machtübernahme 1949 weckte China auf. Und seit der – Orwell-würdigen – Umdefinition von menschenfeindlichem Kommunismus zu brutalem Staatskapitalismus ist China hellwach. Müssen wir uns also alle wegducken, weil die US-Rassisten von einst, die von „der gelben Gefahr“ faselten, doch recht hatten?

Keineswegs. Denn kein Imperium hatte je Bestand. China zerbröselt jeden Tag etwas mehr an seinen Widersprüchen, sei es Corona, Uiguren, Dissidentinnen oder Hongkong. Und so zeigt auch das neue „Sicherheitsgesetz“ für Hongkong, das ohne Frage unerträgliche Unterdrückung bringt, nur eines: ein tödlich verwundetes, irrsinniges Monstrum, das sinnlos um sich schlägt. China? Ist bald Geschichte. 

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