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Bundeswehr: Rekorde der Behäbigkeit

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Die Probleme der Bundeswehr bei der Beschaffung von Schuhen zeigt, wie sehr das Beschaffungswesen der Armee reformiert werden muss. Der Kommentar.

Bundeswehr-Soldaten schlappen nicht in Flipflops über Kasernenhöfe oder durch heiße und staubige Camps in Mali, sondern sind in schweren Stiefeln unterwegs. Absurd ist die Schuhlage dennoch: Strapazierfähigere Modelle sind seit 2016 beschlossene Sache. Davon ist ein Teil ausgeliefert, das Ersatzpaar fehlt den meisten, die Version für den Einsatz im Sand sowieso. Und der Lieferzeitpunkt verschiebt sich nochmal um zwei Jahre auf 2022.

Dies ist einer der Unglaublichkeiten eines Apparats, der der Inbegriff von Akkuratesse ist, aber regelmäßig Behäbigkeitsrekorde aufstellt. Das gilt für Panzer und Flugzeuge, bei denen nicht auf Verträge geachtet wurde, die Druck auf die Hersteller erlauben.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat Bahnfreifahrten für Soldaten durchgesetzt. Wichtiger und weitreichender ist die Reform des Beschaffungswesens, die noch im Herbst ansteht. Es gilt, eine riesige Behörde mit eingeschliffenen Strukturen wendiger zu machen. Schnell geht das nicht. Nachrichten von fehlenden Stiefeln und Winterhosen werden die Ministerin noch eine Weile begleiten.

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