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Der Angriff war schon über eine längere Zeit gelaufen, womöglich ein ganzes Jahr.

Hacker-Angriff

Bundesregierung in Erklärungsnot

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Dringend nötig ist neben der Aufklärung des jüngsten Hacker-Angriffs auch eine transparente Informationspolitik der Bundesregierung. Ein Kommentar.

Mit der Sicherheit war es dann doch nicht so weit her. Das Bundesinnenministerium hat einen Hackerangriff auf Computernetze des Bundes bestätigt. Wie schwer er war, ob er gar noch andauert, ob und wie viele Daten von Wert geraubt wurden, darüber weiß man noch nichts Genaues. Aber tröstlich ist das trotzdem nicht. 

Die Bundesregierung, die mit sogenannten Staatstrojanern im Internet spioniert, ist nun selbst Cyber-Spionen zum Opfer gefallen. Dabei sollte ein auf den Bund und seine Behörde beschränktes Netz, das von den öffentlichen Netzen getrennt ist, besondere Sicherheit gewährleisten. Hat offenbar nicht funktioniert. Wie sollen etwa Gesprächspartner der Regierung nun noch darauf hoffen, dass ihre Unterhaltungen mit Behörden oder Diplomaten vertraulich bleiben?

Es wird schwer, die Urheber des Angriffs zweifelsfrei zu identifizieren. Aber wenn es sich auch noch herausstellen sollte, dass eine russische Hackergruppe hinter dem Angriff steckt, wäre das noch problematischer. Dann wäre der Bund nicht nur Opfer von Hackern, sondern von Cyberkriegern geworden. 

Man mag sich gar nicht vorstellen, was solche Menschen und Maschinen mit den Daten anfangen könnten, die wir alle Tag für Tag durchs Internet schicken. Doch die Erkenntnis, dass auch die Bundesbehörden angreifbar sind, ist kein Anlass, um zu spotten. Denn wir sind schließlich alle angreifbar.

Dringend nötig ist jetzt neben der Aufklärung des Hackerangriffs auch eine transparente Informationspolitik der Bundesregierung. Die Hoffnung, dass es dazu kommt, sollte allerdings nicht allzu groß sein. Denn offenbar hat es die Regierung bislang nicht einmal für nötig erachtet, das Parlamentarische Kontrollgremium über den Angriff zu informieren, der schon Ende vergangenen Jahres entdeckt wurde.

Dazu ist die Regierung aber verpflichtet. Zu Recht.

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