Deutsche Einheit

Bürger zweiter Klasse

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Ökonomisch haben die Länder im Osten sich ordentlich entwickelt, doch viele Menschen leiden immer noch an den Folgen der Vereinigung.

30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR sind die Bundesländer im Osten kaum wiederzuerkennen. Die Milliardeninvestitionen haben Spuren hinterlassen, Städte wie Jena, Dresden, Leipzig, Potsdam und Rostock boomen. Zugleich gibt es Landstriche und Menschen, die immer noch unter dem Strukturbruch, der Massenarbeitslosigkeit und Massenabwanderung leiden. In der Lausitz und in Vorpommern fehlt eine ganze Generation.

Der Bericht der Bundesregierung über den Stand der Einheit enthält beide Wahrheiten. Herausgestellt wird die schönere. Die Arbeitslosenzahlen im Osten sind überproportional zurückgegangen – das hat aber auch mit der Abwanderung zu tun. Die Wirtschaftsleistung und die Löhne sind gestiegen – aber sie erreichen nicht das Westniveau.

57 Prozent der Ostdeutschen bezeichnen sich als „Bürger zweiter Klasse“. Fast zwei Drittel halten die Vereinigung für nicht gelungen. Für sie gab es kein Zusammenwachsen, sondern eine Übernahme. Der Osten hat keine Wirtschafts-, sondern eine Identitätskrise. Darüber muss geredet werden.

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