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Carsten Sieling (SPD), Bürgermeister und Spitzenkandidat seiner Partei zur Bürgerschaftswahl in bremen: Seine Partei trifft sich mit Grünen und Linken zu gemeinsamen Gesprächen.

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Rot-Rot-Grün: Der Bremer Versuch

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Falls SPD, Grüne und Linke halbwegs erfolgreich Bremens Sozial- und Bildungsprobleme anpacken, könnte dies ein Anstoß für Rot-Rot-Grün auch im Bund sein. Der Kommentar.

Im Bundestag gab es jahrelang eine rot-grün-rote Mehrheit. Aber zum Regieren konnten sich die drei Parteien nicht durchringen. In Bremen ist das jetzt anders: Die rot-grüne Koalition möchte zusätzlich die Linkspartei ins Boot holen. Einen Versuch ist es wert. Die Bremer Linken fahren einen pragmatischeren Kurs als die Bundespartei.

Zurecht setzen sich die drei über die Gepflogenheit hinweg, dass die stärkste Partei die Regierung anführen sollte. Die CDU hat die SPD nur knapp überflügelt, und Rot-Grün-Rot hat eine größere Wählermehrheit hinter sich als Jamaika.

Falls die drei halbwegs erfolgreich Bremens Sozial- und Bildungsprobleme anpacken, könnte dies ein Anstoß werden für rot-grün-rote Annäherungen im Bund. Bremen ging schon häufiger voran. So zog etwa hier 1979 erstmals eine grüne Liste in ein Landesparlament ein.

Wenn das rot-grün-rote Modell gelingen soll, muss allerdings der Wahlverlierer SPD zeigen, dass er verstanden hat. Dazu gehört auch der Abgang von Bürgermeister Carsten Sieling. Er ist zwar ein kompetenter und fleißiger Politiker. Aber so ist das nun mal in einer Demokratie: Falls etwas misslingt, müssen Repräsentanten ihren Kopf hinhalten, auch wenn ihre persönliche Schuld nur gering ist. 

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