Bolton-Vorwürfe

Die Richter im Impeachment-Prozess sind zu offenen Komplizen des Täters Trump geworden

  • Karl Doemens
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Eigentlich können die Republikaner die Aussage des ehemaligen Sicherheitsberaters nicht ignorieren. Das aber werden sie tun und damit der US-Demokratie schaden. Der Kommentar.

Das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump nähert sich seiner Einstellung – da springt Ex-Sicherheitsberater John Bolton auf die Bühne und präsentiert den Beweis für die Schuld des Präsidenten. Doch zum Helden in dem Schmierenstück der Ukraine-Affäre taugt der grimmige Schnauzbart-Träger sicher nicht.

Bolton ist ein ultrakonservativer Kriegstreiber. Auch hätte er bei den Anhörungen des Repräsentantenhauses aussagen können. Das hat er nicht getan. Vielmehr finden sich seine Vorwürfe nun eher zufällig in einem Buchmanuskript. Das aber erhöht seine Glaubwürdigkeit. Der 71-jährige Hardliner hat keinen Grund, den Demokraten zu helfen.

In einer normalen Welt könnte kein aufrechter Republikaner Boltons Aussage beiseitewischen. Das müsste die Wendung sein. Doch ob es so kommt, ist fraglich. Die Führung der Republikaner will Bolton nicht einmal als Zeugen anhören. Die Richter im Impeachment-Prozess sind zu offenen Komplizen des Täters geworden. Kommen sie damit durch, muss man sich Sorgen machen um die US-Demokratie. 

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