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Boliviens Präsident Evo Morales kündigte Neuwahlen an.

Rücktritt in Bolivien

Evo Morales: Seine Zeit ist abgelaufen

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Evo Morales hat Bolivien zu einem besseren Land gemacht. Aber es ist Zeit zu gehen. Der Kommentar.

Im Wahlkampf hatte Evo Morales das Volk gebeten, ihn an den Urnen „nicht im Stich“ zu lassen“. Er brauche noch einmal fünf Jahre, um die großen Projekte zu beenden. Die extreme Armut wolle er auf unter fünf Prozent drücken. 

Bolivien: Evo Morales gewinnt die Wahl, aber eben nur noch knapp

Nun haben ihn die Bolivianer am 20. Oktober zwar nicht im Stich gelassen: Morales hat nach allen Berechnungen die Wahl gewonnen, aber eben nur noch knapp. Die zerstrittene, mit mehreren Kandidaten angetretene rechte Opposition hatte gute Chancen gehabt.

Doch dann zerstörte Morales sein Erbe und erkannte die Zeichen der Zeit nicht. Er hat Bolivien zu einem besseren Land gemacht, die Armut reduziert, die Wirtschaft konkurrenzfähig gemacht und vor allem den Indigenen Selbstbewusstsein gegeben.

Enttäuschte Hoffnungen: Warum die Menschen in den „eigentlich reichen Länder“ auf die Straße gehen

Bolivien: Evo Morales regiert seit 13 Jahren - das ist genug

Aber es ist Zeit zu gehen. 13 Jahre an der Macht sind genug. Der Sozialist war der Versuchung vieler vor allem linker Machthaber in Lateinamerika erlegen und hielt sich für unersetzbar. Sein Rücktritt, am Sonntagabend verkündet, ist richtig. Er hat sich des Autoritarismus und der Gleichschaltung der Institutionen schuldig gemacht. Bei der neu stattfindenden Wahl wird er bestraft werden – sollte er überhaupt antreten.

Bolivien: Morales’ härtester Gegner ist laut, rechts und gläubig

Bolivien: Aktuelle Nachrichten

Aufstand in Bolivien: In dem Armenhaus Südamerikas tobt der politische Machtkampf. Nachdem Polizisten zu den Demonstranten überlaufen und zwei Staatssender besetzt wurden, bleibt Präsident Evo Morales nichts anderes übrig, als den Forderungen der Opposition nachzukommen. Nach 13 Jahren an der Spitze des Landes reicht der Präsident seinen Rücktritt ein.

Umsturz in Bolivien: Die offiziellen Ergebnisse der Wahlen vom 20. Oktober hatten zu heftigen Protesten in Bolivien geführt. Nun setzt der bolivianische Präsident Evo Morales tatsächlich Neuwahlen an.

Aufstände in ganz Lateinamerika: Ob Bolivien, ob Ecuador oder Chile: Die äußerst fragilen Demokratien in Lateinamerika zerbröckeln zusehends. In diesen Zeiten des Zorns stehen die Regierungen des Kontinents verschärft unter Beobachtung.

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