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Erschreckend unreif. Jedes Jahr aufs Neue.

Kommentar

Blumen für alle

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Immer mehr Städte und Verbraucher sind gegen die Knallerei an Silvester - auch ohne Verbot. Ein Kommentar.

Eigentlich würde es ja reichen, sich den ollen Georg Friedrich mit seiner Suite „Music for the Royal Fireworks“ zu Gemüte zu führen – dazu am fernen dunklen Nachthimmel das hoffnungsfrohe Erblühen immer neuer bunter Funkenblumen. Man kann ein altes Jahr auch sehr viel schlechter ausklingen lassen und das nächste missmutiger begrüßen.

Aber Feuerwerk knallt doch so doll und Jungs, kleine, sehr kleine, und große, viel zu große, lassen es nunmal zu gerne knallen. Ist auch nur zu verständlich – aber trotzdem erschreckend unreif. Jedes Jahr aufs Neue.

Dabei machen unzählige Städte weltweit vor, wie es auch anders geht: Geschulte, verantwortungsvolle und kreative Feuerwerker komponieren am Nachthimmel vergängliche Schönheit (es muss auch nicht immer Händel sein) und am Boden prosten sich die Schaulustigen hoffnungsvoll zu.

Das würde in Deutschland leider derzeit nur mit einem allgemeinen Verbot des freien Verkaufs von Feuerwerkskörpern gehen. So ein Verbot wäre ein politischer Fehler – nämlich ein offenes Scheunentor für all die nervigen Populisten. Wenn aber niemand mehr Knallerei anbietet und sich gemeinschaftliche Alternativen eröffnen, dann fängt ein Jahr vielleicht auch mal wirklich gut an.

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