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Den Blick weiten

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Von: Markus Decker

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Es ist richtig und unvermeidlich, wenn die Stasiunterlagenbehörde Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer aufgelöst wird, ohne die Unterlagen oder die Funktion verschwinden zu lassen.

Die Debatte über die Aufarbeitung der DDR währt seit Jahren. Jetzt biegt sie in ihre finale Phase ein. Am Ende steht im Frühjahr 2021 die Überführung der Stasiakten und der zuständigen Behörde ins Bundesarchiv. An die Stelle des Stasiunterlagenbeauftragten soll ein Ombudsmann für die Opfer treten. Beides ist so richtig wie unvermeidlich.

Bürgerinnen und Bürger haben weiter Zugang zu den Akten im Bundesarchiv. Wer Einsicht nehmen will, der wird das tun können. Dies ist die Hauptsache. Richtig ist überdies die Berufung eines Ombudsmannes, der die Interessen der Inhaftierten und anderer Kujonierten vertritt. Viele von ihnen haben materielle Probleme, wohl noch mehr haben psychische Schäden erlitten, die ihnen ein normales Leben bis heute unmöglich machen. Für die Opfer ist die DDR nicht vergangen, sie existiert weiter.

Die Abwicklung der Stasiunterlagenbehörde ist mehr als 30 Jahre nach dem Fall der Mauer aber unvermeidlich. Das öffentliche Interesse an den Stasiakten lässt seit Jahren nach. Ohnehin ist es nötig, den Blick zu weiten auf das Ganze der SED-Diktatur.

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