Türkei und Syrien

Wo bleiben die EU und die Nato?

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Die türkische Offensive in Nordsyrien verschärft die Krise in der Region weiter. Höchste Zeit, dass Europa und die Nato auf Ankara Grenzen setzen. Ein Kommentar.

Den Titel „Friedensquelle“ für die türkische Offensive in Nordsyrien hätte Ankara nicht zynischer wählen können. Nur Stunden nach Beginn wurden Todesopfer vermeldet. Auf den Straßen stauten sich Autos mit kurdischen Zivilisten auf der Flucht. Präsident Erdogan will in der Region eine „Sicherheitszone“ schaffen – mit Panzern und Bomben gelingt ihm das nicht. Die Ausweitung der Kampfzone bringt nur mehr Unfrieden über Syrien.

Belege dafür, dass aus der Region eine Gefahr für die Sicherheit der Türkei ausgeht, bleibt Erdogan schuldig. Und seine Pläne, dort Siedlungen für zwei Millionen syrische Flüchtlinge zu bauen, sind nichts als Spinnereien. Sie offenbaren eine zutiefst inhumane Logik: Wer Flüchtlingen zur Rückkehr verhelfen will, indem er andere Menschen zur Flucht zwingt, darf nicht erwarten, als Wohltäter gefeiert zu werden.

Erdogan stößt in die Lücke vor, die die USA hinterlassen. Stur und brutal sichert er der Türkei die Mitsprache bei der Neugestaltung Syriens und baut ihre Macht in der Region aus. Höchste Zeit, dass EU und Nato der Türkei Grenzen aufzeigen. 

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