Veranstaltungsabsagen wegen Corona

Bitte keine Feierverbote!

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Es sollten hierzulande nur Veranstaltungen abgesagt werden, wenn es sinnvoll ist - sonst wird für zusätzliche Verunsicherung und nicht für mehr Sicherheit gesorgt. Ein Kommentar.

Manch einer wundert sich, dass zwar die Internationale Tourismusbörse in Berlin wegen des Coronavirus abgesagt wird, nicht aber die Buchmesse in Leipzig oder Fußballspiele. Unverändert fahren Züge durchs Land. In Diskos und Clubs wird weiter getanzt, geschwitzt und geknutscht. Gut so – oder geradezu fahrlässig?

Deutschland von einem Tag auf den anderen abzuriegeln, das öffentliche Leben so wie in der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan, dem mutmaßlichen Ausgangspunkt des Erregers, nahezu zum Erliegen zu bringen, wäre derzeit eine Überreaktion – und würde eher für zusätzliche Verunsicherung sorgen als dafür, dass sich ein Gefühl von Sicherheit verbreitet.

Welche Veranstaltung abgesagt wird und welche nicht, sollte vor Ort entschieden werden. Die Vorgaben der Regierung dazu sind klar. Sie empfehlen Absagen, wenn eher mit einem internationalen Publikum zu rechnen ist oder man viele Besucher erwartet, die wie Ältere zu den besonders Gefährdeten gezählt werden.

Bisher stufen die Experten in Deutschland die Gefahr durch Corona so ein wie die durch eine mittelschwere bis schwere Grippewelle. Und mal ehrlich: Wegen einer Grippe ist noch niemand auf die Idee gekommen, Feiern, Feste und Fußball plötzlich zu verbieten. 

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