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Bindungskraft gesucht

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Katholische und evangelische Kirche werden sich wandeln müssen, damit sie bleiben können.

Bis 2060 sollen katholische und evangelische Kirche in Deutschland die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren. Um auf dem gegenwärtigen Niveau weiterarbeiten zu können, benötigten sie das Doppelte der Einnahmen. Was soll aus der Gemeindearbeit werden, was aus Diakonie, Caritas oder Kindergärten werden?

Das Kreuz im Abwind – für die Kirchen ist das nichts Neues. Gleichzeitig sind sie auch Impulsgeber für die Gesellschaft und sorgen für Kitt im bröselnden sozialen Gefüge. Lamentieren hilft nicht in Zeiten der Entfremdung der Deutschen von Parteien, Gewerkschaften und – ja – den Kirchen. Auch sie müssen beweisen, dass nicht ihre Geschichte, sondern ihre Zukunft Existenzberechtigung ist.

Die Kirchen besitzen dafür gute Voraussetzungen. Sie haben eine klare Botschaft, sie sind gut vernetzt in Städten und auf dem Land. Trotzdem verlieren viele die Bindung zur Kirche, wenn sie ins Arbeitsleben eintreten oder Familien gründen. All das zwingt die Oberen auf neue Gleise. Hier und da fahren schon Züge. Die Kirche muss zusehen, nicht den Anschluss zu verpassen.  

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