Schul-Boykott

Bevor es wieder losgeht, hört auf die Schülerinnen und Schüler!

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Schmutzige Toiletten und Angst vor Infektionsgefahr: Die Politik sollte die Boykottaufrufe von Schülerinnen und Schülern nicht ignorieren. Ein Kommentar.

Es muss zum Signal an Politiker werden, was in den sozialen Netzwerken unter #SchulboykottDE zu beobachten ist. Schüler machen sich Sorgen, sich selbst zu infizieren und insbesondere dann auch ihre Eltern anzustecken. Gleichzeitig weisen sie auf etwas hin, das auch Lehrerverbände und Elternvertreter herausgestellt haben: Die sanitären Einrichtungen in Schulen sind oft in einem jämmerlichen Zustand. Das ist in normalen Zeiten eklig, in Pandemiezeiten ist es sträflich.

Es gibt einige ganz logische Erkenntnisse aus dem Schülerprotest. „Kauft ausreichend Seife und Papierhandtücher“, möchte man den Schulträgern zurufen – in großer Verwunderung, dass eine solche Mahnung notwendig ist. Die Länder sind zudem in der Verantwortung, klare Regeln zu schaffen, wer auch im Fall einer Öffnung zu Hause bleiben darf. Dabei geht es nicht nur um Lehrer mit Vorerkrankungen, sondern auch um Schüler, die zu Hause mit Familienmitgliedern aus einer Risikogruppe leben.

Am Ende ist es die Politik, die dafür gewählt und legitimiert ist, unter Beratung von Experten Entscheidungen über die Schließung und Öffnung von Schulen zu treffen. Wenn die Verantwortlichen klug sind, beziehen sie so viel wie möglich Lehrer, Eltern und Schüler ein. Davon können alle nur profitieren.

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