Koalitionsausschuss - Mindestlohn
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Der Mindestlohn wird millionenfach unterlaufen.

Kommentar

Betrug beim Mindestlohn: Berechtigte Klagen

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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Der Mindestlohn wird millionenfach unterlaufen. Der Grund? Fehler im System. Der Kommentar.

Es gibt Dinge, die immer wieder neu auf die Tagesordnung gehören. Das Thema Mindestlohn gehört dazu – jetzt, zu Beginn der Corona-Wirtschaftskrise, erst recht.

Auf der einen Seite sehen Wirtschaftsverbände und deren Lobbyisten jetzt ihre Chance, ausgerechnet die Menschen am untersten Ende der Einkommensskala für den vorhersehbaren Abschwung bezahlen zu lassen: Die nächste Erhöhung müsse ausbleiben, fordern sie – wohl wissend, dass der Mindestlohn nicht einmal reicht, um über die offizielle Armutsgrenze zu kommen. Auf der anderen Seite stehen die Gewerkschaften, die Jahr für Jahr beklagen müssen, dass selbst die bescheidene Untergrenze millionenfach missachtet und mit Tricksereien umgangen wird.

Es stimmt: So, wie unser Wirtschaftssystem aufgestellt ist, haben manche Geschäftsleute Probleme, mit ihren Einnahmen anständige Löhne zu zahlen. Das aber hat gerade auch mit einer Politik zu tun, die es zulässt, dass Millionen Menschen als Kundinnen und Kunden weitgehend ausfallen, weil sie für einen Cafébesuch oder neue Möbel zu wenig verdienen.

Wenn etwas zu oft wiederholt wird, dann die alte Leier, dass man unten kürzen müsse, um den Laden am Laufen zu halten. Deshalb ist es gut, wenn die Gewerkschaften jedes Jahr von Neuem klagen.

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