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Einspruch

Betreuer brauchen Kontrolle

Horizonte: „Für ein Leben in Würde“ von Mira Gajevic (4. Januar):

Aus Unwissenheit habe ich vor sieben Jahren der Betreuung meines plötzlich pflegebedürftig gewordenen Mannes zugestimmt, da auch seine Geschäfte aufgelöst werden mussten und die damit verbundenen Probleme zu den vielen anderen, die mit der schweren Erkrankung zusammenhingen, mir unüberwindlich erschienen.

Der Berufsbetreuer ignorierte unsere Lebensumstände, ließ alle wesentlichen Anträge, wie Pflegegeld, Krankenversicherung, Mietangelegenheiten, sogar den notwendigen Insolvenzantrag, monatelang schleifen. Noch nicht einmal den Rentenantrag stellte er selbstständig. Da er sich um nichts gründlich kümmerte, ging der Gerichtsvollzieher bei uns ein und aus. Ich musste alles selber in die Hand nehmen ? habe immer wieder an die Betreuungsbehörde und an das Vormundschaftsgericht geschrieben. Ich besuchte selber ein Seminar für angehende Betreuer und beantragte die Betreuung beim Gericht. Die habe ich aufgrund der Verleumdungen des Amtsbetreuers als Querulantin aber nicht bekommen.

Alle Behörden hielten eisern an ihrem, ihnen lange bekannten Amtsbetreuer fest. Dieser Berufsstand hat in Deutschland offenbar eine uneingeschränkte Macht. Dafür macht er Dienst nach Vorschrift. Meiner Meinung nach ist er mit 3,5 Stunden Aufwand pro Monat und Betreutem und der pauschalierten Bezahlung von 45 Euro die Stunde mehr als gut bedient, da er auch zuständige Sozialarbeiter und andere Stellen zu Hilfe nehmen kann. Ich habe nicht aufgegeben und solange Druck gemacht, bis alle lebensnotwendigen Anträge gestellt worden sind, um die ich mich immer zusätzlich selber gekümmert habe. Das tue ich bis heute. Es kam schon wieder eine Rentenpfändung, die ich innerhalb eines Tages, persönlich und schriftlich, rückgängig gemacht habe. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie es für einen zu Betreuenden ist, der keine Angehörigen hat, die für ihn da sind …

Ich werde jetzt den nächsten Versuch unternehmen, die Betreuung für meinen Mann zu beantragen. Mittlerweile verwaltet der Betreuer nur noch das Konto meines Mannes, überweist Gas und Strom, um überhaupt noch seine Einnahmen zu legitimieren. Es muss sich rechtlich unbedingt etwas ändern. Die Betreuermacht, die in dem Behördenfilz fest verankert ist, braucht dringend eine außerbehördliche, unabhängige Kontrolle. Es müssten außerdem für Bezirksabschnitte Sozialarbeiter eingestellt werden, die die Kontakte zu behinderten und pflegebedürftigen Menschen in regelmäßigen, kürzeren Abständen pflegen.

Gabriele Wünderlich-Härtel, Berlin-Charlottenburg

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