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Charles Darwins Buch zur Evolution ist immer noch interessant

Am 24. November 1859 veröffentlichte Charles Darwin (1809–1882) sein Buch „Der Ursprung der Arten durch natürliche Selektion“. Es revolutionierte unser Weltbild und den Blick auf unsere Position darin. Die sechste Auflage des schnell erfolgreichen Werks war die letzte von Darwin selbst betreute. Sie erschien im Jahr 1872. 

Ihr folgt erstmals vollständig die gerade erst vorgelegte Übersetzung von Eike Schönfeld. Es ist ein als Geschenk bestens geeigneter sehr schöner grüner Leinenband mit Prägung in einem Schuber, mit Lesebändchen und Illustrationen. Der Biologe Josef H. Reichholf hat zu dem Klassiker ein Nachwort geschrieben, dessen Titel schon deutlich macht, was Darwins Blick auf die Natur von dem seiner Vorgänger unterscheidet: „Vom Sein zum Werden“. 

Wie hoffnungsfroh Charles Darwin auf die Evolution blickte, macht er am Ende seines Buches deutlich: „Da alle lebenden Formen direkte Abkömmlinge derjenigen sind, die schon lange vor dem Kambrium gelebt haben, dürfen wir gewiss sein, dass die normale Abfolge durch Zeugung nicht ein einziges Mal unterbrochen wurde und dass nicht die gesamte Welt durch eine Naturkatastrophe verwüstet wurde. Daher können wir mit einiger Zuversicht in eine sichere Zukunft von langer Dauer blicken. Und da natürliche Selektion einzig durch und für das Beste jedes Lebewesens wirkt, werden alle körperlichen und geistigen Gaben weiter nach Vollkommenheit streben.“ Prägnanter lässt sich der Fortschrittsglaube des 19. Jahrhunderts kaum fassen.

Die Evolution ist eine zum Besseren. Nicht weil sie es so will – sie will gar nichts –, sondern weil das Bessere sich durchsetzt. Wir haben den Zirkelschluss durchschaut. Denn das Bessere ist ja durch nichts anderes definiert als dadurch, dass es sich durchsetzt.

Darum blicken wir nicht nur ganz anders auf die Weltgeschichte, sondern auch in die Zukunft. Wir haben uns, fast möchte man sagen, wohlig eingerichtet in den Katastrophen und in der Katastrophenerwartung.

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