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Forscher der Polarstern.
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Forscher der Polarstern.

Gastbeitrag

Bessere Bildung trägt zum Klimaschutz bei

Wir müssen das Wissen vermitteln, wie wir alle unseren Planeten als lebenswerten Ort erhalten. Ein Gastbeitrag von Anja Karliczek.

Im Foyer meines Ministeriums zeigen wir aktuell eine Ausstellung zu unserem Wissenschaftsjahr 2020/21. Damit wollen wir die Bioökonomie bekannt machen. Denn nicht nur auf kluge Ideen in der Forschung kommt es an, sondern auch auf deren Umsetzung in Produkte und Dienstleistungen – vom Bambusfahrrad angefangen bis hin zu veganem Leder aus Pilzen.

Unsere kleine Präsentation richtet sich an uns als Verbraucherinnen und Verbraucher. Natürlich wäre es gut, wenn wir uns auf Neues einlassen, zumal wenn es dem Schutz von Umwelt und Klima dient. Aber dafür müssen wir das Neue auch kennen.

Darum geht es bei Bildung für nachhaltige Entwicklung – kurz: BNE. Bildung für nachhaltige Entwicklung meint, Wissen zu vermitteln, wie wir alle unseren Planeten als einen lebenswerten Ort erhalten können. Es geht darum, zu zeigen, wie wir leben können, damit für unsere Kinder und Kindeskinder eine Welt erhalten bleibt, wie wir Älteren sie in jungen Jahren vorgefunden haben. Bildung für nachhaltige Entwicklung hat zwei zentrale Komponenten: Wir schauen erst über den eigenen Tellerrand und können dann neue gute Gewohnheiten entwickeln.

Ich stimme daher Leah Tamina Kaiser ausdrücklich zu, wenn sie in ihrem kürzlich in der FR veröffentlichten Brief schreibt, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung zentral dafür ist, ob wir unsere Ziele im Umwelt- und ganz besonders im Klimaschutz erreichen. In der Tat: Bessere Bildung kann helfen, die Erderwärmung zu stoppen.

Auch sie ist ein Beitrag für den Klimaschutz, dessen Bedeutung derzeit noch insgesamt unterschätzt wird. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist – auch das darf nicht vergessen werden – aber auch wichtig, um Pandemien vorzubeugen und Wohlstand weltweit zu fördern.

Zur Autorin

Anja Karliczek ist Bundesministerin für Bildung und Forschung und Christdemokratin.

Bildung für nachhaltige Entwicklung sollte auch die Chancen zeigen, die in neuen nachhaltigen Technologien liegen. Die Ideen für morgen liegen auf dem Tisch: neue Materialien aus Pilzen und Algen für Möbel und Kleidung, grüner Wasserstoff für Stahlproduktion und Mobilität, recycelte Baustoffe für Wohnungen und Büros. Für solche Ideen müssen wir Menschen jeden Alters begeistern. Auch das ist Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Gerade in Deutschland haben wir viele gute Beispiele dafür, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung über alle Altersstufen hinweg gelingt: Neben dem Wissenschaftsjahr fördern wir die Stiftung Haus der kleinen Forscher, über die schon Vorschulkinder erleben können, wie Naturwissenschaften dazu dienen, die Natur zu erhalten. Für die berufliche Aus- und Weiterbildung gibt es unsere BNE-Modellversuche, an Hochschulen die Fona-Strategie und für die lokale Ebene das Kompetenzzentrum Bildung–Nachhaltigkeit–Kommune (BiNaKom). Die Bundesregierung stellt aktuell 50 Millionen Euro jährlich bereit, um Bildung für nachhaltige Entwicklung zu fördern, Tendenz steigend. Auch die Länder und Kommunen bringen eigene Mittel auf.

Förderung ist das eine. Das andere ist ein gutes Netzwerk. Über die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung tauschen sich Bund, Länder, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – darunter auch Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generation mit Stimmrecht – regelmäßig zu dem Thema aus und stecken neue Ziele ab. Denn natürlich sind wir längst noch nicht am Ziel. Deutschland ist aber weltweit einer der Vorreiter bei dem Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung breit zu verankern.

Wir sind stolz darauf, dass wir diese Woche Gastgeber der Unesco-Weltkonferenz sind. Rund 2 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 130 Ländern starten unter dem Motto „Lernen für unseren Planeten. Handeln für Nachhaltigkeit“ eine neue Dekade, um Bildung für nachhaltige Entwicklung weltweit fest zu verankern. Den Grundstein legen wir am heutigen Mittwoch zum Abschluss der Konferenz mit der Berliner Erklärung.

Besonders beeindruckend ist es, wenn Forscherinnen und Forscher zur Bildung zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Im vergangenen Herbst kehrte unser Forschungsschiff „Polarstern“ nach über einem Jahr aus der Arktis zurück. Mission war es, Daten zu erheben, damit wir den Klimawandel besser verstehen.

Zugleich teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Expedition aber auch ihre gewonnenen Eindrücke, die Faszination für eine großartige Landschaft aus Eis und ihre Zerbrechlichkeit. Es entstanden Filme und Bücher. Über den Erlebnisbericht des Expeditionsleiters Markus Rex schrieb eine Rezensentin: „Man reist im Kopf mit ans Ende der Welt – und kommt ins Nachdenken.“ Genau dies muss auch gute Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten.

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