Gorch Fock

Besser ein Museum

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Tradition und das Festhalten an alten Namen kann nicht der Maßstab sein, wenn es um Millionen von Euro geht. Ein Kommentar zur Gorch Fock.

Wenn eine Autoreparatur statt 1000 plötzlich 10.000 Euro kosten würde – es wäre ziemlich klar, was das für das fragliche Gefährt bedeuten würde. Bei der „Gorch Fock“ wird gezögert. Die Verteidigungsministerin erinnert an die große Tradition des Schiffs. Andere schwärmen von dessen Repräsentationscharakter und warnen, es werde Jahre dauern, bis ein Ersatz gebaut sei.

Das stimmt vermutlich. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die „Gorch Fock“ ist immer wieder für Jahre ausgefallen, wegen Instandsetzungsarbeiten und zwischendurch auch mal wegen der Untersuchung eines Todesfalls. Auch in diesen Jahren hat es Ausbildungslehrfahrten gegeben – auf anderen Schiffen. Es geht also auch ohne „Gorch Fock“. Derzeit ist ein ähnliches Schiff aus Rumänien im Einsatz. 

Die Marine bewegt sich schon längst nicht mehr mit Segelschiffen fort. Wenn sie es wirklich für nötig hält, ihre Soldaten noch auf dem Modell Windjammer auszubilden, muss sie neu denken – auch über Kooperationen mit anderen Nationen. 

Tradition und das Festhalten an alten Namen kann nicht der Maßstab sein, wenn es um Millionen von Euro geht. Und als Museumsschiff für alle lässt sich die Gorch Fock ganz sicher erhalten.

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