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Trotz Haushaltsüberschuss fordert die Kanzlerin Sparsamkeit.

Haushaltsüberschuss

Beleidigung der schwäbischen Hausfrau

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Der staatliche Gesamthaushalt weist einen Überschuss von 24 Milliarden Euro auf. Damit sollte Deutschland Schulen und Straßen sanieren, doch bislang passiert nichts. Ein Kommentar.

Deutsche Haushaltspolitik unter Angela Merkel hat bekanntlich ein Vorbild: die „schwäbische Hausfrau“. Das war schon unsinnig, als die Etats von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen keine Überschüsse aufwiesen. Jetzt, da der staatliche Gesamthaushalt ein Plus von knapp 24 Milliarden Euro aufweist, wird die gefährliche Farce offensichtlich. Tatsächlich ist Sparsamkeit auch für Staaten eine Tugend. Aber nie und nimmer ist es vernünftig, das Sparen so weit zu treiben, dass die Substanz verfällt.

Wenn schon schwäbische Hausfrau: Niemals würde sie zusehen, wie ihr Häusle Jahr für Jahr an Wert verliert, weil der Putz bröckelt und der Wind durch die Fenster pfeift. Schon gar nicht mit dem Argument, sie müsste Geld für die Kinder sparen, statt ihnen ein intaktes Haus zu hinterlassen. Die Hausfrau würde vielleicht einen Teil ihrer Mehreinnahmen verwenden, um alte Schulden abzutragen, so wie Merkel und Schäuble. Ganz sicher aber würde sie einen anderen Teil in die Werterhaltung des Häuschens stecken.

Und der Staat? Weil er nicht investiert, mindert sich Jahr für Jahr der Wert der öffentlichen Güter (Straßen, Schulen und vieles mehr). Wer aus falsch verstandener Sparsamkeit dabei zusieht, tut nichts für folgende Generationen. Und beleidigt jede schwäbische Hausfrau.

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