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Belastender Streit mit Polen

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Von: Damir Fras

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Der Streit wird die Beziehungen der Nachbarn über Jahre hinweg belasten. Das ist in Zeiten des russischen Krieges gegen die Ukraine so unnötig wie ein Kropf.
Der Streit über Reparationen wird die Beziehungen der Nachbarn Deutschland und Polen über Jahre hinweg belasten. © Imago

In Zeiten des Krieges braucht es mehr deutsch-polnische Zusammenarbeit und keinen Zwist über Reparationen, der sich womöglich nie lösen lässt. Der Kommentar.

Über den moralischen Anspruch auf Wiedergutmachung lässt sich nicht streiten. Polen war das Land, das die Deutschen im Zweiten Weltkrieg wie kein anderes zerstört haben. Die menschlichen und materiellen Verluste waren unbeschreiblich groß. Nun wird aber die juristische Seite zum Gegenstand des Streits. Die Bundesregierung argumentiert, dass die Sache geklärt sei, weil Polen schon 1953 eine Erklärung abgegeben habe, wonach es keine weiteren Reparationsforderungen geben solle. Warschau sagt, Polen sei damals von der Sowjetunion gezwungen worden zu verzichten.

Der Streit wird die Beziehungen der Nachbarn über Jahre hinweg belasten. Das ist in Zeiten des russischen Krieges gegen die Ukraine so unnötig wie ein Kropf. Das weiß auch die Regierung in Warschau. Deswegen sind die Reparationsforderungen vor allem ein innenpolitisches Manöver. In einem Jahr wird in Polen gewählt. Die PiS-Partei muss fürchten, dass ihr die Wählerinnen und Wähler weglaufen, wenn sie im Winter frieren müssen. Es braucht aber mehr deutsch-polnische Zusammenarbeit in diesen Zeiten – und keinen Streit, der sich womöglich nie lösen lässt.

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