Kramp-Karrenbauer

Befristet beschäftigt

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Jetzt ist sie also vereidigt, die neue Verteidigungsministerin. Aber wie soll Annegret Kramp-Karrenbauer  in zwei Jahren aufräumen, was ihre Vorgängerin von der Leyen hinterlassen hat?

Natürlich muss Annegret Kramp-Karrenbauer mit großem Tschingderassabum in ihr erstes Bundesministerinnenamt eingeführt werden. Erstens ist das eben so, auch in Abwesenheit von Preußens Gloria in Berlin, zweitens handelt man die CDU-Chefin landläufig als „Kann Kanzler“; ihr Aufenthalt im Bendlerblock wird dementsprechend – das Wortspiel muss nun sein – als bundesamtliche Feuertaufe gehandelt. Ministerpräsidentin des Saarlandes gilt da nicht so viel.

Aber nun hat „AKK“ den Amtseid geschworen und sich offiziell erklärt. Aber: Cui bono? Nützt das der dringend reformbedürftigen Bundeswehr – die meisten der notwendigen Reformen so radikal, dass sie mehr Revolution wären?

Flieger ohne Ersatzteile, unbrauchbare Waffen, ein Beschaffungswesen wie aus einem Mafia-Thriller, ein Schulschiff als Millionengrab, irre Mängel in der demokratischen Traditionsbildung und Selbstverfassung... Jede Baustelle ist wichtig, alle zusammen um so mehr. Aber wie lange wird Kramp-Karrenbauer im Amt sein, bis sie sich als Kanzlerin empfiehlt? Zwei Jahre bis 2021? Ursula von der Leyen konnte in sechs Jahren die Probleme der Bundeswehr nur (schmerzhaft) ankratzen. Kramp-Karrenbauer wird selbst das kaum schaffen. Vielleicht will sie auch gar nicht.

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