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„Freut ihr euch schon?“ So mancher wird darauf antworten: „Nicht wirklich.“

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Bedrohte Einheit

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Gelingt es nicht, aus Ost- und Westgeschichte eine Geschichte zu machen, wird die Einheit scheitern. Der Kommentar.

In Ostdeutschland nimmt das „Wessi-Bashing“ erneut zu, in Westdeutschland ist zuweilen bestenfalls ein positives Desinteresse zu beobachten. Deshalb sollte rund um den Tag der Deutschen Einheit nicht einfach nur gefeiert werden.

Es gibt Gründe, dass heute das Gefühl herrscht, Ost- und Westdeutsche hätten sich schon mal besser verstanden. So verdienen Ostdeutsche im Schnitt 17 Prozent weniger als Westdeutsche. Ihr Geldvermögen ist im Schnitt knapp 90.000 Euro geringer als das eines Bayern oder Schwaben, um nur einige Beispiele zu nennen. Umgekehrt reagieren Westdeutsche fassungslos, wenn Ostdeutsche, die zu Hunderttausenden flohen, Flüchtlingen von heute feindlich gesinnt sind.

Die Treuhand, deren Manager aus Westdeutschen bestand und deren Entscheidungen oft Westdeutschen zugutekamen, gilt im Westen ebenso als „Ostthema“ wie die Stasi, die auch im Westen Spitzel hatte. Es ist traurig, das immer noch betonen zu müssen: Aber gelingt es nicht, aus Ost- und Westgeschichte eine Geschichte zu machen, wird die Einheit scheitern. 

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