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Beckenbauer Fifa

Beckenbauer auf gut Deutsch

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Korruption, die Fifa und der Sinn der Sperre.

Für Korruption sei er nicht der richtige Ansprechpartner, hat Franz Beckenbauer in bekannt aufreizender Lässigkeit zu Protokoll gegeben und zog es dann vor, einen Fragebogen des Fifa-Ermittlers Garcia unbeantwortet zu lassen. Die daraufhin erfolgte symbolische Sperre, die es Beckenbauer verbietet, für die Zeit von 90 Tagen seine sportlichen Ämter auszuüben, hat Resignation und Heiterkeit zugleich ausgelöst. Immerhin hat Beckenbauer sich nun aber doch entschlossen, die Fragen auf gut Deutsch zu beantworten.

Ralf Birkhan von der „WAZ“ möchte ihm das so nicht durchgehen lassen. „Beckenbauer reagiert auf die Sperre ..., wie er oft auf Dinge reagiert: Mit einem Lächeln und einem Spruch. Manchmal ist diese Art charmant, manchmal wirkt sie dreist, dieses Mal beruht sie auf einer Fehleinschätzung.“ Oder doch nicht? Resigniert bemerkt Birkhan, dass es für Beckenbauer kaum Folgen haben wird. „Und er wird auch nicht neben seinem Bayern-Kollegen Uli Hoeneß im Gefängnis landen.“

Robin Lipke zeigt in der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen“ wenig Verständnis für die Fifa. „Beim Blick auf die Sperre drängt sich zuallererst eine Frage auf: Was soll das? Die Fifa schließt ihn von Tätigkeiten aus, die er schon längst nicht mehr betreibt, dazu noch provisorisch – das ist doch lächerlich. Darüber hinaus riecht es nach Aktionismus. Vor dem Hintergrund, dass die Fifa in der Korruptionsaffäre um die Katar-WM immer mehr unter Druck gerät, wirkt Beckenbauer wie ein Bauernopfer.“

Michael Ashelm findet es in der „FAS“ jedoch richtig, dass die Fußball-Lichtgestalt in die Schranken gewiesen wird. Eine eindeutige Haltung vermisst er auch beim Deutschen-Fußball-Bund (DFB). „Schön wäre, wenn die Europäische Fußball-Union und der Deutsche Fußball-Bund hier auf gleicher Höhe wie die Fifa-Ethiker agieren würden. Dies ist nicht der Fall. Was Beckenbauer betrifft, ist zu klären, weshalb er just nach der Entscheidung für die WM in Russland (2018) und Qatar (2022) im Fifa-Vorstand im Dezember 2010, an der er als wahlberechtigtes Mitglied teilnahm, mit zwei zu hinterfragenden Beraterverträgen ausgestattet wurde. Der eine machte ihn zum ‚Sportbotschafter‘ des Verbandes Russischer Gasproduzenten, der vom Fifa-Sponsor Gasprom dominiert wird.“

In der „Südwest Presse“ äußert Thomas Gotthard noch einen anderen Verdacht: eine Intrige des Fifa-Bosses Sepp Blatter. „Dass der Weltverband gleich mit so einer Strafe reagiert, die eine hohe symbolische Bedeutung hat, lässt nur eine Interpretation zu. Es ist ein Warnschuss Richtung Deutschland, Richtung Europa nach dem Blatter-Motto: Wenn ihr mich ärgert, dann ärgere ich euch, und mache auch nicht Halt vor dem großen DFB. Das zeigt einmal mehr, wie verfilzt und von persönlichen Interessen gesteuert die Fifa mittlerweile agiert. Es darf einfach keine Verlängerung für das System Blatter geben.“

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