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Die Bahn im falschen Film

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Von: Stephan Hebel

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Eine Baustelle für eine (gefühlte) Ewigkeit: Stuttgart 21.
Eine Baustelle für eine (gefühlte) Ewigkeit: Stuttgart 21. © imago

Der Konzern sollte das Projekt aus Kostengründen stoppen und die bereits fertigen Bauabschnitte anders nutzen. Unser Kommentar zum Fiasko.

Die Gegner des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 haben der Betriebswirtschaftslehre eine schöne Erkenntnis entnommen. Sie nennt sich „Sunk Cost Fallacy Trap“, auf Deutsch: Wer glaubt, er müsse sich einen schlechten Film bis zum Schluss anschauen, weil er die Kinokarte bezahlt hat, irrt. Wer rausgeht, hat für das Geld wenigstens Zeit gewonnen, die er besser nutzen kann.

Noch teurer wird es bei einem Regisseur, der beim Drehen merkt, dass nichts Gutes herauskommen wird, weil das Drehbuch nicht funktioniert. Er sollte ein besseres Skript suchen, statt für viel Geld mit dem schlechten weiterzumachen. Genau das aber tun die „Regisseure“ des Bahnprojekts.

An diesem Freitag tagt der Bahn-Aufsichtsrat, und wenn er Ja sagt, wird es noch mal teurer. Mit anderen Worten: Die Macher sind im falschen Film.

Die Zeiten, da Prestige gewann, wer jede Dummheit fortsetzte, weil er sie halt angefangen hatte, sind vorbei. Deshalb: Lest das Konzept der Bahnhofsgegner für die Umnutzung der schon gebuddelten Gruben und zeigt dann Größe: Beendet den Unsinn.

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