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Frankreichs Präsident bekommt die Unruhe wegen der anstehenden Rentenreform nicht in den Griff.

Gelbwesten-Protest in Frankreich

Von Macrons Schwäche könnte am Ende Le Pen profitieren

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Der Protest gegen Macrons Rentenreform zeigt: Der Präsident kann Frankreich nicht einen, was die Sorge nährt, dass die Rechtsextreme Le Pen davon profitieren könnte. Der Kommentar.

Etwas Glanz könnte Emmanuel Macron angesichts der eskalierenden Proteste gegen die Rentenreform gut gebrauchen. Wohl auch deshalb hatte er Regisseur Ladj Ly eingeladen, seinen oscar-verdächtigen Film „Les Misérables“ im Élysée-Palast zu zeigen. Doch der Regisseur, der sich mit Polizeigewalt und Elend in der Banlieue auseinandersetzt, ließ Frankreichs Staatschef abblitzen.

Nach wie vor verkörpert Macron die Elite; er steht für die, denen es gut geht im Land. Auf der anderen Seite sind alle, die sich für wenig Gehalt aufreiben und jetzt auch noch um eine auskömmliche Rente bangen. Der Keil zwischen den Fronten wird größer – auch wenn die Proteste abflauen.

Wer streikt und auf die Straße geht, tut das mit immer mehr Furor. Das stößt auch viele Gegner der Reform ab, doch sie wenden sich nicht Macron zu. Manche, die eine Renten-Umgestaltung grundsätzlich richtig finden, sind trotzdem nicht auf der Seite des Präsidenten. Immer deutlicher zeigt sich: Macron kann das Land nicht einen. Die Sorge ist berechtigt, dass in dieser verfahrenen Lage am Ende die Rechtsextreme Marine Le Pen profitiert.  

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