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Die Wirtschaft wächst schneller als die Rentenausgaben.

Rentenpolitik

Augenmaß statt Sparwut

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Die Rentenversicherung hat genug Geld. Es wäre an der Zeit, es an den richtigen Stellen gerecht zu verteilen. Der Kommentar. 

Die gute Nachricht zuerst: Die Finanzierung der Rentenversicherung steht auf einem soliden Fundament. Obwohl immer mehr Menschen eine Altersrente beziehen, ist von einer Überforderung des Systems nichts zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Gemessen an der Wirtschaftsleistung liegt der Aufwand für die gesetzliche Rentenversicherung auf dem Niveau von 1993. Damals gab Deutschland rund 9,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Versorgung seiner Ruheständler aus, im vergangenen Jahr waren es 9,25 Prozent. Der Trend zeigt seit dem Jahr 2003 (10,73) nach unten. Die Wirtschaft wächst schneller als die Rentenausgaben.

Das zeigt, es ist Spielraum vorhanden. Spielraum dafür, denjenigen zu helfen, die nicht bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren arbeiten können und für die ein früherer - erzwungener - Rentenbeginn nichts anderes als eine Rentenkürzung ist. Das trifft oft genau diejenigen, die im Berufsleben schon wenig verdient haben.

Würde man einen gleich großen Anteil der jährlichen Wirtschaftsleistung für die Rente aufwenden wie noch 2003, wären im vergangenen Jahr satte 50 Milliarden Euro mehr vorhanden gewesen (bei Ausgaben von 313 Milliarden Euro). Statt Sparwut ist deshalb eine Rentenpolitik mit Augenmaß angesagt.

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