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Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnende Personen, die nach einem mehrtägigen Auslandsaufenthalt zurückkehren, sollen in Quarantäne.

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Grenzkontrollen: Mit Augenmaß, bitte

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Die Regeln für die Grenzkontrollen sind zwar unübersichtlich, ergänzen das hohe Ziel der Gesundheit aber mit ökonomischen Aspekten. Der Kommentar.

Es ist richtig, die Grenzen zu den EU-Nachbarn nicht vollständig dicht zu machen. Das wäre das falsche Signal gewesen. Schließlich hat das Virus sich nicht von Grenzen abhalten lassen. Ganz leicht wird es allerdings nicht für Grenzbeamte und Kontrolleure, die Regeln alle richtig umzusetzen.

In Quarantäne sollen Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnende Personen, die nach einem mehrtägigen Auslandsaufenthalt zurückkehren. Pendler, Geschäftsreisende und Servicetechniker sind ausgenommen, wenn sie lediglich für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen. Wer wie Saisonarbeiter länger bleiben will, muss eine quarantäneähnliche Unterbringung vorweisen.

Diese neue Unübersichtlichkeit ermöglicht den Grenzverkehr in einem geeinten Europa genauso wie den Transitverkehr von Gütern oder eben die Spargelernte. Sie ist also ein Kompromiss, bei dem das hohe Ziel der Gesundheit ergänzt wird durch ökonomische Aspekte.

Sie sind aber auch ein Auftrag etwa an Besitzer von Spargelfeldern, ihren Beschäftigten hygienische Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Die Verantwortlichen sollten auch dort kontrollieren. Bleibt noch zu hoffen, das Politiker auch weiter Regeln mit Augenmaß erlassen.  

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