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Augen auf!

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Sollte sich an der Erhöhung des Leitzins ein Beispiel nehmen: die  Europäische Zentralbank.
Sollte sich an der Erhöhung des Leitzins ein Beispiel nehmen: die Europäische Zentralbank. © Arne Dedert/dpa

Die Europäische Zentralbank sollte sich das Vorgehen der Fed zum Vorbild nehmen und ebenfalls eine Erhöhung des Leitzinses erwägen. Ein Kommentar.

Die US-Notenbank Fed hat eine kluge Entscheidung verkündet. Wegen hoher Inflation und niedriger Arbeitslosigkeit hält sie eine Erhöhung der Leitzinsen „bald für angemessen“. Sie will in jeder folgenden Fed-Sitzung überprüfen, ob eine strammere Geldpolitik angesagt ist.

Die Fed zeigt damit, dass sie angesichts einer Inflation von sieben Prozent in den USA nicht in Panik verfällt, aber zugleich äußerst wachsam ist. Es ist eine Strategie des „Fahrens auf Sicht“. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte sich das Vorgehen der Fed zum Vorbild nehmen.

Notenbanker geben es ungern zu, aber klar ist, dass ihre Modelle nicht mehr stimmen. Das war schon vor der Pandemie so, als die Fed und EZB ihre Volkswirtschaften mit Geld zuschütteten, eine Teuerung wollte sich aber nicht einstellen. Mit Covid wurde alles noch viel komplizierter.

Die Fed hat immerhin eingeräumt, dass staatliche Hilfs- und Konjunkturprogramme unerwartete Effekte gezeitigt hätten. Die kann es auch in den nächsten Monaten geben. Die Inflation könnte schon bald zurückgehen in den USA und in Europa. Wenn eine Notenbank dann die Zinsen erhöht, kann sie ein Land schnell in die Rezession drücken. Die wichtigste Empfehlung für EZB-Präsidentin Christine Lagarde lautet deshalb: Augen auf!

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