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Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will den G20-Gipfel in Hamburg für eine Kundgebung nutzen.

G20-Gipfel

Das Auftrittsverbot für Erdogan hat seine Tücken

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Die Idee, einen Auftritt des türkischen Autokraten in Deutschland zu verbieten, ist absolut verständlich. Aber es mangelt ihr auch an Glaubwürdigkeit. Unser Kommentar.

Dass Recep Tayyip Erdogan seine Anwesenheit beim G20-Gipfel in Hamburg für eine Kundgebung nutzen wollte, war „keine gute Idee“ und „passt nicht in die politische Landschaft“ – da hat Außenminister Sigmar Gabriel recht. Verständlich ist es also, dass die Bundesregierung den Auftritt untersagt. Aber ist es auch klug?

Wenn die Sicherheit bei einem zusätzlichen Auftritt rund um G20 nicht zu garantieren ist, kann er nicht stattfinden, klar. Wer aber das Verbot mit dem Charakter des Unterdrückers Erdogan begründet (wie zum Beispiel SPD-Chef Martin Schulz), hat zwar recht, aber auch ein Problem mit der Glaubwürdigkeit. Jedenfalls dann, wenn er einer deutschen Regierungspartei angehört.

Wenn Erdogan Deutschland die Flüchtlinge vom Hals hält, ist das der Regierung sehr willkommen. Und deshalb wäre es ein Leichtes für den türkischen Präsidenten, das Verbot für eine neue Kampagne gegen die Doppelbödigkeit deutscher Politik zu nutzen.

Das dürfte auch das eigentliche Ziel seines Antrags sein.

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