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Der Tatort im hessischen Wächtersbach.

Nach Anschlag auf Eritreer

Aufstand der Zuständigen gegen rechte Gewalt

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In Wächtersbach wird ein Eritreer angeschossen - erneut wird in Hessen ein Mensch Opfer eines rechtsextrem motivierten Attentats. Es wird Zeit zu handeln. Ein Kommentar.  

Wächtersbach - Schon wieder wird Deutschland von einem rechtsextrem motivierten Attentat erschüttert, schon wieder liegt der Tatort in Hessen. Deutschland muss aufstehen gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

Notwendig ist noch immer, was Altkanzler Gerhard Schröder vor bald 20 Jahren einforderte: ein „Aufstand der Anständigen“. Die Proteste der Zivilgesellschaft gegen einen rechten Aufmarsch in Kassel haben am Wochenende ein wichtiges Zeichen gesetzt.

Junger Eritreer wurde Opfer wegen seiner Hautfarbe - Walter Lübcke wegen seiner Worte

Egal ob Täter einen Prominenten wie den Regierungspräsidenten Walter Lübcke wegen seiner Worte als Opfer auswählen oder wie diesmal einen jungen Mann wegen seiner Hautfarbe - die Alarmglocken müssen schrillen. Auch bei den Ordnungsämtern, die Waffenerlaubnisse erteilen. Ein Aufstand der Zuständigen ist nötig.

Es ist ein Trost, dass das Opfer von Wächtersbach mit dem Leben davongekommen ist. Doch das war offenbar reines Glück.

Täter, der Eritreer anschoss, hätte noch weit Schlimmeres anrichten können

Der Täter besaß genügend Waffen und Munition, um noch weit Schlimmeres anzurichten. Auch manche Reichsbürger besitzen ganz legal Waffen. Politik und Behörden müssen deutlich strengere Maßstäbe bei der Vergabe der Erlaubnisse anlegen. Denn zum Kampf gegen den Rechtsextremismus muss der Kampf gegen Aufrüstung kommen.

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