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So ähnlich sehen die Illustrationen auf den Titelseiten aus.

Boulevardzeitungen

Werbeanzeige auf Kosten der Glaubwürdigkeit

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Mehrere Boulevardzeitungen warnen vor einem Asteroideneinschlag in naher Zukunft. Dahinter steckt eine Werbekampagne. Ein Kommentar.

Es kommt immer wieder vor, dass Boulevardmedien Asteroiden zu einer akuten Gefahr machen. Da wird marktschreierisch aufgezählt, wie groß der Asteroid ist, wie nah er an der Erde vorbeirauscht und wie gefährlich ein Einschlag ist. Bloß: Bisher haben Experten vor jedem dieser Asteroiden berechnen können, dass er tatsächlich gar keine Gefahr für die Erde darstellt – oder erst in ferner Zukunft vielleicht gefährlich werden könnte.

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Doch dieses Mal setzen die Titelseiten verschiedener Boulevardzeitungen dem Ganzen die Krone auf. „8 Tage bis zum Einschlag“, schreibt der „Berliner Kurier“ in Großbuchstaben auf dem Titel der Freitagsausgabe. „War’s das?“ fragt der „Express“ und stellt „Letzte Wege aus der Killzone“ vor: „Bunker, Sibirien, USA“. Bei der „Hamburger Morgenpost“ kann man lesen: „Asteroid trifft Erde“ und „Wie groß ist unsere Überlebenschance?“ Nur wer genau hinschaut, erkennt, worum es sich in Wirklichkeit handelt: Um Werbung. Gut versteckt, in der rechten oberen Ecke ist der Inhalt als „Anzeige“ gekennzeichnet. Ein Pay-TV-Sender bewirbt mit diesen alarmistischen Zeitungstiteln seine neue Serie. Wer die Titelseiten umblättert, findet auf Seite 2 die Auflösung, auf Seite 3 folgt die eigentliche Titelseite der Zeitung.

In einer Pressemitteilung lobt sich der Sender selbst für seinen „provokanten PR-Stunt“ und die „neuartige Werbeform“. Ein Mitarbeiter lässt sich in der Pressemitteilung so zitieren: „Wir nutzen eine nie zuvor verwendete Plattform als wirkungsstarke Werbefläche unserer Botschaft so breitenwirksam und aufsehenerregend wie möglich - und das über die großen Städte Deutschlands hinweg.“

Die Titelseiten deutscher Zeitungen für Werbung im Layout journalistischer Inhalte zu missbrauchen – und das in Zeiten, in denen einerseits über „Fake News“ und andererseits über den Fall Relotius diskutiert wird – das ist schon ein sehr starkes Stück. Dass Verlage so etwas mittragen, zeigt, dass das alte Sprichwort „Geld stinkt nicht“ offenbar auch hier gilt.

Anzeigen wie diese beschädigen nicht nur die Glaubwürdigkeit der einzelnen Zeitungen, sondern auch den Journalismus als Ganzes. Sie sind außerdem unverantwortlich gegenüber dem Leser: Wer nicht genau hinschaut oder die Titelseite im Vorbeigehen überfliegt, könnte die Werbung für bare Münze nehmen – das hat nichts mehr mit Journalismus zu tun. Auch wenn die Anzeige entsprechend gekennzeichnet ist, sollte sich der Presserat unbedingt mit diesem Fall befassen.

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