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Antisemitismus: Mehr als bedrohlich

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Von: Markus Decker

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Der 101-Jährige Mann ist wegen Beihilfe zum Mord an Tausenden Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte in dem Prozess vor dem Landgericht Neuruppin bis zuletzt bestritten, in dem KZ Wachmann gewesen zu sein.
Der 101-Jährige Mann ist wegen Beihilfe zum Mord an Tausenden Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in dem Prozess vor dem Landgericht Neuruppin bis zuletzt bestritten, in dem KZ Wachmann gewesen zu sein. © Fabian Sommer/dpa

Nein, heute werden keine Konzentrationslager mehr errichtet. Doch der rechtsextremistische Antisemitismus ist neu erstarkt. Der Kommentar.

Wie gefährlich der Antisemitismus war und weiter ist, zeigte der Dienstag exemplarisch. Das Landgericht Neuruppin verurteilte einen 101 Jahre alten Mann, weil er im Konzentrationslager Sachsenhausen gearbeitet hatte, in dem auch Juden getötet wurden. Zeitgleich wurden in Berlin steigende Zahlen über antisemitische Vorfälle der Gegenwart präsentiert. Der Antisemitismus ist eine Hydra mit vielen Köpfen.

Ein Urteil gegen einen greisen Mann mag manchem unangebracht vorkommen. Doch Alter schützt vor Verantwortung nicht. Überdies hat der Mann all die Jahre genutzt, um sich seiner Verantwortung zu entziehen. Das bleibt selbst nach so langer Zeit unerträglich.

Was zum Holocaust führte, ist nach wie vor virulent. Nein, heute werden keine Konzentrationslager mehr errichtet. Doch der rechtsextremistische Antisemitismus ist neu erstarkt. Auch seine islamistische Variante zieht Kreise. Besorgniserregend ist vor allem, dass sich viele Urheber einschlägiger Taten gar keinem speziellen Milieu mehr zuordnen lassen. Der Antisemitismus ist abermals Alltag geworden – trotz Shoa.

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