Wahlen

Angeschlagen in Kanada

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Premier Trudeau hat enttäuscht, bleibt gerade so im Amt und muss nun mit einer Minderheitsregierung Politik machen. Der Kommentar.

Justin Trudeau hat es noch einmal geschafft. Nach seinem glanzvollen Sieg vor vier Jahren stolperte er jetzt nur noch als Erster über die Ziellinie. Er hat die absolute Mehrheit im Parlament in Ottawa verpasst und braucht als Chef einer Minderheitsregierung andere. Dass die Konservativen mehr Stimmen bekamen als die Liberalen, ist noch ein Makel.

Viele Kanadier sind enttäuscht von Trudeau, der 2015 mit so viel Optimismus, Charme und frischen Ideen antrat. Es sind nicht die Fiskalkonservativen oder die Ölarbeiter in Alberta und Saskatchewan, sondern die Wähler Mitte-links, die sich mehr erhofft hatten: mehr Klimaschutz, mehr Wohnraum zu tragbaren Preisen, ein besseres Gesundheitswesen und vor allem eine saubere, transparente Regierung, die ihre Versprechen hält.

Viele Kanadier haben Trudeau ohne Begeisterung gewählt, weil sie die Alternative, einen konservativen Regierungschef Andrew Scheer, noch weniger mochten. Das Klima im Parlament ist nun vergiftet, aber Trudeau muss dort nun Brücken bauen, um regieren zu können. Eine Chance hat er, eine kleine.  

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