+
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Feinstaub

Scheuers eigene Fakten

  • schließen

Meinungen gehen auch bei der Luftbelastung mit Feinstaub vor Fakten, leider auch bei Spitzenpolitikern wie Andreas Scheuer. Ein Kommentar. 

Wer sich fragt, warum das politische Klima nicht nur in Trumps Amerika und im Brexit-geplagten England, sondern auch in Deutschland so vergiftet ist, findet eine Antwort im Streit um Feinstaub und Fahrverbote: Meinungen gehen vor Fakten – leider auch bei Spitzenpolitikern. 

So hielt vor drei Wochen derLungenarzt Dieter Köhler die Republik in Atem, weil er berechnet haben wollte, dass Feinstaub in der Luft nicht gefährlicher ist, als zwei Monate lang ein Päckchen Zigaretten am Tag zu rauchen. Als peinlich erweist sich nun, dass auch Verkehrsminister Andreas Scheuer damit alle Grenzwerte infrage stellte. Denn ein Raucher muss zwischen sechs und 32 Jahren paffen, ehe er die Menge an Schadstoffen einatmet, die auf der Straße durch Diesel-Fahrverbote verhindert werden soll. 

Offensichtlich ging es Scheuer nie um Fakten, sondern nur darum, seine politische Meinung durchzusetzen. So geht es leider auch zu beim Brexit, in Trumps Mauerstreit, in der Klimapolitik. Politisch blockieren so Sturköpfe, die keine neuen Erkenntnisse an sich heranlassen. Wollen wir wieder gesprächs- und handlungsfähig werden, müssen wir zurück zur Regel: Jeder kann seine eigene Meinung haben – aber nicht seine eigenen Fakten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare