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Alte Wunde, neue Wunde

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Von: Kristina Dunz

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Bundeskanzler Olaf Scholz im Gespräch mit Israels Ministerpräsident Naftali Bennett (rechts).
Bundeskanzler Olaf Scholz im Gespräch mit Israels Ministerpräsident Naftali Bennett (rechts). © Michael Kappeler/dpa

Es grenzt immer noch an ein Wunder, dass sich Israel trotz der Ermordung von Millionen Juden durch die Nazis jemals wieder auf Beziehungen zu Deutschland eingelassen hat. Der Kommentar.

Deutschland und Israel haben trotz der deutschen Menschheitsverbrechen an den Juden wieder zueinandergefunden. Auf die Frage, warum es zu einem Krieg kommt, wird es nie eine zufriedenstellende Antwort geben – höchstens eine Beschreibung des Weges in den Abgrund. Auch deshalb ist die Ohnmacht angesichts des Krieges Wladimir Putins gegen die Ukraine so groß.

Es grenzt immer noch an ein Wunder, dass sich Israel trotz der Ermordung von Millionen Juden durch die Nazis jemals wieder auf Beziehungen zu Deutschland eingelassen hat. Die Wunde der Schoah sei die Basis, sagt Israels Premierminister Naftali Bennett.

Nun wird eine andere Wunde in Europa gerissen. Der russische Angriffskrieg zieht die Ukraine in den Abgrund. Es werden noch viele sterben. Zivilisten in der Ukraine, die der Kriegsverbrecher Wladimir Putin attackieren lässt. Und Soldaten, auf beiden Seiten.

Vielleicht wird es später einmal einen Aussöhnungsprozess geben. Russen, die Schuld eingestehen, Ukrainer, die verzeihen. Und dann wird es wieder diese Frage geben: Warum? Warum konnte Putin nicht gestoppt werden? Und dann wird es eine neue Lehre aus der Geschichte geben. Und eine neue Wunde, die nie verheilen kann.

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