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Viele Beschäftigte leiden unter Stress.

Arbeit in Deutschland

Alles gut, aber für wen?

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Die individuelle Situation vieler Menschen in Deutschland kann mit den exzellenten Wirtschaftsdaten nicht mithalten. Ein Kommentar.

Wir wissen ja alle: Deutschland geht es gut (Angela Merkel). Man muss allerdings  hinzufügen: Bei der Arbeit stimmt das leider nicht ganz. 

Klar: In einem Land, das Fleiß für seine wichtigste Tugend hält, wird nicht so schnell gejammert. Aber umso erschreckender ist es, wenn zwei von fünf Beschäftigten bekennen, der Druck im Job sei ihnen zu hoch.

Noch ein paar Fakten: Die durchschnittliche Arbeitszeit liegt zwar unter dem europäischen Durchschnitt, nicht aber die Stundenzahl der Vollzeit-Beschäftigten. Das heißt: Wer weniger Druck will, bezahlt dafür mit Teilzeit-Arbeit, sprich: mit weniger Geld. Und in der Ungewissheit, die ein befristeter Job mit sich bringt, leben immer mehr Arbeitnehmer. 

Ja, Deutschland geht es gut, und selbst einem gestressten Angestellten im befristeten Arbeitsverhältnis geht es nicht unbedingt grottenschlecht. Aber fällt gar nicht mehr auf, dass die individuelle Situation vieler Menschen mit den exzellenten Wirtschaftsdaten nicht mithalten kann – selbst bei denjenigen, die weder arbeitslos sind noch zum Mindestlohn schuften müssen? 

Deutschland geht es gut. Nicht ganz so gut geht es der Mehrheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Paradox.

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