AfD sind eben auch einfach nur "Die Blauen".
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AfD sind eben auch einfach nur "Die Blauen".

AfD und Frauke Petry

Alle wollen "Blau" sein

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Warum wollen aktuell alle Rechten "Blau" sein? Ist doch eigentlich eine Farbe des Friedens und der Harmonie. Ein Kommentar.

Das AfD-Blau wird in der Farbpalette der Blautöne als „Lichtblau“ gelistet: ein Blau, das mithilfe eines leichten Graustichs das Babyblau ins AfD-Reich überführt. Im Februar 2013 zur Parteigründung mag das im winterkalten Berlin die angemessene Farbe gewesen sein. Braun war bereits besetzt, und rosa  war Herrn Lucke seinerzeit sicherlich einfach zu rosa.

Also „Blau“, eine Farbe die, wie „lichtkreis/welt der Farben“ auszudeuten weiß, „… beruhigend und entspannend (wirke). Diese Farbe eignet sich optimal, um inneren und äußeren Frieden zu finden, um Stress und Hektik abzubauen.“ Da es nun noch nie die Intention der AfD war, ein innergesellschaftliches friedliches Miteinander zu fördern, wählten sie vermutlich den Stich ins Graue – nicht dass man hier etwas falsch versteht.

Frauke Petry und Pretzell wollen sich neu denken

Doch jenseits gesellschaftlicher Spaltung mithilfe völkisch-nationaler Parolen hat die AfD in ihren eigenen Reihen schon länger ein Harmonieproblem. Frauke Petry, keineswegs Kostverächterin radikaler Statements, fühlt sich nicht mehr wohl in der Weidel-Gaulandschen Truppe und hat mit Parteikamerad und Gatte Marcus Pretzell die Partei verlassen. Der Coup war von langer Hand geplant – bereits im Juli hatte sie die Domain dieblauen.de zur eigenen Nutzung bearbeitet, wie sie selbst bestätigte.  Sie wolle weiterhin politisch aktiv bleiben, „Die Blauen“ sei als Name für eine Parteigründung aber gar nicht vorgesehen.

Aber natürlich ist das eine weitere Breitseite gegen ihre alten Kameraden; sie hätte ihre Domäne ja auch die „Hellblauen“ nennen können oder gar die „Dunkelblauen“. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Studienverlag „dieblauen.info“ als Domain nutzt und sich nicht begeistert zeigt, wenn potenzielle Erstsemester möglicherweise versuchen könnten, ihre Studienunterlagen bei Frau Dr. Petry zu bestellen.

Sie hat schlicht die Farbe besetzt, die für die AfD steht. Das schert sie herzlich wenig, weil Petry vermutlich nur eins will: nämlich „Blau“ sein. Und: Parteiname hin oder her – damit konnte sie ihre Ex zu einer Gegenreaktion provozieren. Die nennen sich auf ihrem Facebook-Titelbild mittlerweile nämlich forsch „Die Blauen“. Was Frauke Petry kann, können wir noch besser, werden die sich gedacht haben, „Die Blauen“, die das Braun in der Parteienlandschaft erfolgreich  absorbieren konnten.

„Blau“ ist am „Tag der Deutschen Einheit“ Motto

„Blau“ ist insbesondere am „Tag der Deutschen Einheit“ ein beliebtes Motto, und gerade nach der Bundestagswahl angesagter als beispielsweise gelb. Auch wenn bekennenden „Blauen“, wie der in Frankfurt bekannten Heidi Mund, das nicht reicht: „Today we have lost the elections. AfD the only alternative for Germany got 13%”, so die Kreuzritterin für das Rechte auf Facebook, der Deutschland einfach nicht „Blau“ genug sein kann.  Und das, obwohl es DIE BLAUEN – „Wählt die Blauen – sie sind sehr blau“ – als zusätzliche Ergänzung zumindest auf Facebook gibt.

Reicht alles nicht, Deutschland ist nicht blau genug und insofern braucht es logisch blaue neue Slogans: „Blau statt Rot, denn Rot ist tot“ oder „Blau und Braun – man kennt sich kaum“.  Ist zwar völliger Blödsinn, aber in Zeiten wie diesen würde man sich auch darüber nicht wundern.

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